Lkw-Irrfahrten in Eichstedt

Neuer Straßenname in Eichstedt soll Ruhe bringen

Sackgasse für Lkw-Irrfahrten in der Goldbecker Straße in Eichstedt.
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Die Goldbecker Straße in Eichstedt soll umbenannt werden.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Eichstedt/Arneburg – „Schuld ist die Postleitzahl“, will Eichstedts Gemeindechef die Lkw-Irrfahrten im Hauptort seines Zuständigkeitsgebiets endgültig stoppen

Der Ärger mit versehentlichen Falschfahrern, die anstatt vor den Toren des Zellstoffwerks im Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) in der gleichnamigen Goldbecker Straße am Doppelturm der Eichstedter Katharinenkirche stranden, soll mit einem neuen Namen beendet werden. Diesen Vorschlag hat Karlheinz Schwerin vor einigen Tagen dem Gemeinderat unterbreitet, wie der 72-Jährige der AZ berichtet hat.

„Das geht nun schon seit zehn Jahren so“, beobachtet der Eichstedter. Gerade zuletzt habe die Anzahl der irrtümlich in Eichstedt eintreffenden Brummis stark zugenommen. Inzwischen würden immer häufiger auch Lastzüge mit Anhänger auf dem Weg zum IGPA von der Landesstraße 16 verkehrt abbiegen. Diese Riesenvehikel dann wieder auf den rechten Weg zu bringen, sei wegen des Nichtvorhandenseins einer Lkw-Wendemöglichkeit immer wieder ein äußerst schwieriges Unterfangen. Bei derartigen Rangiermanövern habe Schwerin immer wieder dirigierend eingegriffen.

Wegen der Angelegenheit habe der Bürgermeister und frühere, langjährige Feuerwehrchef im Laufe seiner Amtszeiten auch schon bei den damaligen Stendaler Landräten, Jörg Hellmuth (CDU) und dem vor Kurzem verstorbenen Carsten Wulfänger (CDU), um Hilfe erbeten. Auch mit der Geschäftsleitung der Großfabrik habe es diverse Gespräche gegeben. Dass es im Ergebnis zur Montage von weißen Hinweistafeln an gelben Verkehrswegweisern der L 16 kam, habe die Situation aber nicht wesentlich entschärft.

Als Grund für die Irrfahrten verweist Schwerin auf die neben der Straßenbezeichnung ebenfalls für beide Orte identische Postleitzahl. Derartige Daten werden von den Fahrern des Lastverkehrs zum IGPA in die Navigationssysteme an Bord der Fahrzeuge eingegeben.

Große Schilder nicht genehmigt

So komme es zu den Irrfahren, obwohl zwischen der Goldbecker Straße in Eichstedt und der Goldbecker Straße auf dem Areal des Industriegeländes vor den Toren der Stadt Arneburg eine Fahrzeit von etwa 16 Minuten sowie fast 20 Kilometer Strecke liegen. Die betreffende Postleitzahl „39596“ gilt übrigens für fünf der acht Kommunen der Verbandsgemeinde. Nur Werben (39615), Rochau (39579) und Iden (39606) haben „eigene“ Nummern.

Und weil zuletzt auch zur Abhilfe gewünschte größere Hinweisschilder an Genehmigungen gescheitert seien, ist geplant, dass sich die Uchtegemeinde von ihrer Goldbecker Straße verabschiedet.

Einwohner-Ideen für neuen Namen

Der Bürgermeister hat aufgrund der geografischen Lage auch schon einen Namensvorschlag zur Neubezeichnung parat: „Schwechtener Straße“. Weil von dem Plan aber auch eine Reihe von Anwohnern betroffen ist, sollen erst die Eichstedter befragt werden. Diesen Vorschlag habe Ratsmitglied Isolde Teuber gemacht, wie Schwerin berichtet. Demnach können die Bürger nun ihre Ideen für eine neue Bezeichnung der örtlichen „Lkw-Irrfahrten-Straße“ einbringen. Anhand dieser Vorschläge wolle der Rat dann später entscheiden, welche Bezeichnung ausgewählt werde.

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