Werbener Fähre wird auf Werft in Havelberg instand gesetzt / Bürgermeister: „Mehrkosten möglich“

„Rost-Nester machen Probleme“

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Olaf „Ole“ Quiel und Thomas Schatz begutachten das sandgestrahlte Deck der Werbener Fähre, die derzeit in der Havelberger Kiebitzberg-Werft instand gesetzt wird. Wenn der Ausbau der Landesstraße im Dezember endet, soll die Fähre fertig sein.

Havelberg/Werben. Wo sich einst Zar Peter der Große in die Kunst des Schiffbaus einweisen ließ, hat Werbens Fährleute-Duo eine Inspektion der seit Anfang September laufenden Instandsetzungsarbeiten vollzogen.

Olaf Quiel und Thomas Schatz hätten sich auf der Kiebitzberg-Schiffswerft umgesehen, die an die mehr als 300-jährige Werftgeschichte der Stadt Havelberg anknüpft. Bei dem Treffen war auch der von Abwahl bedrohte Bürgermeister Werbens anwesend, wie Wolfgang Tacke (parteilos) der AZ mitteilt.

„Es ging darum, den Fortschritt der Instandsetzung der Fähre Werben in Augenschein zu nehmen“, erklärt Tacke, der diesen Termin mit Werft-Chef Andreas Lewerken vereinbart habe. Beim Besuch der Gäste vom westlichen Ufer der Elbe habe gerade „ein Sandstrahler trotz des beginnenden Wochenendes mit großer Konzentration das Fährdeck gereinigt“, informiert er.

Probleme gebe es aktuell am Schiffsrumpf, weil dort „trotz einer ersten Frühjahrsinspektion nun doch noch weitere Rost-Nester am Schiffsboden zutage getreten“ seien. Diese von Korrosion betroffenen Stellen müssten „zusätzlich gesandstrahlt werden, um sie dann wieder zu versiegeln“, berichtet Werbens Stadtoberhaupt. Das Vorgehen sei aus Gewährleistungsgründen zwingend, weil eine dauerhafte Schiffsboden-Versiegelung „nur auf definitiv beseitigten Rost-Nestern“ aufgetragen werden könne. Tacke: „Es geht darum, die Zeitspanne von fünf Jahren bis zur nächsten Inspektion zu gewährleisten.“

Weil diese zusätzlichen Arbeiten nicht nur zeitintensiv seien, sondern womöglich auch ins Geld gehen könnten, will Tacke beim Eintreten „nennenswerter Mehrkosten“ dem Stadtrat einen Nachtrag vorlegen. So werde der zuständige Chef-Ingenieur die Kosten kurzfristig kalkulieren. Dabei werde eine Einsparung gegengerechnet, weil es keine neuen Schranken-Motoren geben müsse, da die vorhandenen „doch noch ertüchtigt werden können“, wie Tacke weiß. Er fügt hinzu: „Alle Beteiligten hoffen auf offenes Wetter, denn die Arbeiten auf der Fähre finden unter freiem Himmel statt.“ Zeitgleich mit den Arbeiten an der Fähre wird die Landesstraße L 2 ostelbisch zwischen Mühlenholz und Elbdeich sowie westelbisch am Fähranleger im Ortsteil Räbel grundhaft ausgebaut. Das Land investiert dafür rund 800.000 Euro. Die Arbeiten sollen im Dezember beendet sein.

Von Antje Mahrhold

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