Baustart an Arneburger Grundschule in 14 Tagen / Kostenexplosion sorgt für Abstriche in Altbauten

„Rohbau wird Ende Mai fertig“

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Nach dem Abriss von Schornstein und Heizungskeller im Januar 2017 soll die klaffende Baulücke mit dem neuen Mitteltrakt bebaut werden. Dort hält auch ein Fahrstuhl Einzug. Am gestrigen Freitag gab es eine Bauanlaufberatung.

Arneburg. Mehr als fünf Jahre ist es her, dass die Arneburger Stadtväter für einen modernen Neubau gestimmt haben, der die Grundschule der Elbestadt mit ihrer früheren Sekundarschule zusammenfügt.

„In 14 Tagen geht es los“, verkündet Planer Steffen Klug am Donnerstagabend den Baustart für den sogenannten Verbinder, als der Stadtratsausschuss für Wirtschaft, Tourismus und Kultur unter Leitung von Vorsitzendem Carsten Sommer (BI Arneburg) mit Kollegen vom Bauausschuss an der Stelle tagt, wo alsbald die Bautrupps loslegen.

Der Neubau an der Ecke, an der die Elbstraße auf die Staffelder Straße trifft, macht aus dem anno 1907 eingeweihten Backsteinbau und der 1972 im typischen DDR-Stil eröffneten, einstigen Polytechnischen Oberschule (POS) ein Ganzes. Dafür halten jede Menge Stahlbeton und eine Reihe von Stahlbetonstützen Einzug – und es sind Durchbrüche in den Außenwänden der zwei Altbauten nötig.

Und Abstriche gibt es auch – wegen der sich weiter verschärfenden Explosion der Baupreise. So soll der Rohbau zwar voraussichtlich Ende Mai 2019 fertig sein, doch im Zuge der Baumaßnahme geplante Umbauten in den zwei Bestandshäusern werden weitgehend verschoben. „Das kriegen wir von den Kosten her nicht umgesetzt“, musste dann auch Stadtratsmitglied Jörg Heiden (BI Arneburg) feststellen.

Mit den vorbereitenden Arbeiten auf dem Baufeld der bereits seit Januar 2017 nach Abriss von Schornstein und Heizungskeller klaffenden Baulücke werde jetzt begonnen, kündigt der Planer an. Laut Steffen Klug werde der Neubau voraussichtlich im November/Dezember 2019 fertiggestellt sein. Bei dieser Terminansage haben Arneburgs Stadträte dann auch ganz genau hingehört. Sie stellten scherzhaft Bezug zum jüngsten Bau-Skandal in Stendal her, als es in der Runde hieß: „Das wird doch wohl kein Winckelmann-Museum!“ Die Bauzeit sei auf rund eineinhalb Jahre geplant, erklärte Klug daraufhin.

Und weil wie bei vielen Investitionen in Bildungsstätten der Region bei laufendem Schulbetrieb gebaut wird, soll es zwischen Schulleitung und Baufirma Abstimmungen darüber geben, zu welchen Zeiten lärmintensive Arbeiten vermieden werden. So kommen nicht nur auf die 130 Erst- bis Viertklässler, sondern auch auf das Team um Direktorin Susann Schulze und das Kollegium von Hortleiterin Marion Kahlow aufregende Zeiten zu. Die Direktorin sorgt sich etwa auch um die Arbeitsbedingungen der Reinigungskräfte. Schulze hat deshalb vorgeschlagen, den Einbau von Ausgussbecken einzuplanen. Außerdem hat sie auf baubedingt weite Wege zu den dann einzigen WC-Anlage für Lehrer und Schüler verwiesen.

Zentraler Bestandteil des neuen Mitteltrakts wird ein Fahrstuhl, der nicht nur dafür sorgt, dass der Schulstandort barrierefrei sein wird, sondern der auch die verschiedenen Höhenverhältnisse zwischen den beiden Altbauten ausgleicht. Mit Blick auf die Kreisstadt hat auch dieser Lift die Arneburger bereits besorgt gemacht. Der Schulfahrstuhl solle auf jeden Fall deutlich flotter sein als Stendals Rathauslift und für seinen Betrieb anders als die für jede Menge Negativschlagzeilen sorgende Beförderungstechnik in der Rolandstadt auch kein speziell geschultes Personal brauchen, schrieben die Elbestädter dem Planer ins Aufgabenheft. Es handele sich um einen sogenannten „Durchsteiger“, der sechs Haltepunkte anfahre, erklärte der Mitinhaber des Stendaler Büros „Planquadrat“, das sich im November 2013 beim Arneburger Ideenwettbewerb gegen vier Mitbewerber durchgesetzt hatte – und seitdem daran arbeitet, was kurz vorm Fest mit einem Spatenstich Realität werden soll.

Von Antje Mahrhold

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