Für neue Verbotsschilder in Klein Schwechten sieht Landkreis keinen Grund

„Raser-Brennpunkte“ bringen Anwohner in Rage

Der Landwirtschaftsweg wurde wegen der Baustelle in Häsewig im Oktober 2014 auch von Bussen genutzt.

Klein Schwechten. An den Einfallspisten der vielgenutzten, weil recht kilometersparenden Landwirtschaftswege im Süden von Klein Schwechten wächst die Wut über Raser.

Das Streckennetz nach Groß Schwechten und Eichstedt liegt um mindestens fünf Kilometer näher als die nahezu parallel verlaufende Bundesstraße 189, weswegen Anwohner den Missstand bereits seit langer Zeit beklagen.

Besonders betroffen vom nach Meinung der Anwohner meistens mit viel zu hohem Tempo in das Dorf einfahrenden Fahrzeugverkehr sind Klein Schwechtener, die an der Feldstraße und am Heideweg beheimatet sind. Diese Straßen werden in dem zur Gemeinde Rochau zählenden Ort bereits als „Brennpunkt“ kategorisiert – und in den Ratssitzungen um Bürgermeister Dirk Zeidler immer wieder zur Sprache gebracht. Zuletzt hatte Klein Schwechtens Ex-Bürgermeisterin die Angelegenheit im Dezember-Termin des Gremiums zu Protokoll gegeben, als der insgesamt 13 Köpfe zählende Rat im Häsewiger Landgasthaus „Libelle“ getagt hat. Gabriele Andert forderte erneut eine neue Beschilderung, um das Raserproblem einzudämmen. Dafür wäre die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises Stendal zuständig. Aber dieses Amt sehe „hier noch keinen Handlungsbedarf“, weil „es bis jetzt noch zu keinem Schaden/Zusammenstoß gekommen“ sei.

Mit dieser Einschätzung wollen sich die etwa 345 Klein Schwechtener aber nicht zufrieden geben. Damit in der zuständigen Behörde der Raser-Ärger erneut auf die Agenda gesetzt wird, hat die Ex-Bürgermeisterin bei ihrem jüngsten Zusammentreffen mit Stendals Landrat die Forderung mit Nachdruck in Erinnerung gebracht. Auch Bürgermeister Zeidler bekräftigte bei der Zusammenkunft die Dringlichkeit des „Problems mit den Landwirtschaftswegen“. Carsten Wulfänger (CDU) erklärte daraufhin, dass er sich der Sache annehmen wolle.

Derweil macht sich der Ort bereits schon seine Gedanken, wie es sein wird, wenn die A 14 an Klein Schwechten vorbeiführt. „Wenn wir die Autobahn haben, dann bekommen wir noch mehr Verbrecher, die unsere Häuser ausräumen, wenn wir zur Beerdigung sind“, sieht ein Senior aus dem Ort bereits die Nachteile heranfahren.

Von Antje Mahrhold

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