„Sparsamer Bürgermeister“ mahnt

Radweg-Bau nach Wischer droht Gemeinde Hassel finanziell zu überfordern

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Baustart soll 2021 nahe der Kreuzung an der Landesstraße 16 von Stendal nach Arneburg sein. Die neue Piste wird nach Wischer führen und etwa fünf Kilometer lang sein.

Hassel – Der seit Jahren von vielen Ostaltmärkern herbeigesehnte Bau eines neuen Radwegs von Chausseehaus Hassel in Richtung Campingplatz-Waldbad „WaCaWi“ nach Wischer könnte die aktuell schuldenfreie Gemeinde Hassel finanziell überstrapazieren.

Um die Folgen für die Gemeindekasse des momentan etwa 923 Einwohner zählenden Mitgliedsorts der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck sorgt sich Hassels Bürgermeister deswegen massiv.

Noch endet ein Fußgänger- und Radweg kurz hinter der Kreuzung an der Kreisstraße nach Hassel.

„Wenn wir keine entsprechende Förderung kriegen, werde ich mich für diesen Radweg nicht einsetzen“, bringt es Alf Diedrich (CDU) diese Woche in der Ratssitzung im Dorfgemeinschaftshaus klipp und klar auf den Punkt. Sorgenfalten habe der Landwirt vor allem aufgrund der Tatsache, dass kaum zu kalkulieren sei, welche Förderquote für das im Jahr 2021 geplante Investitionsvorhaben letztlich gelten werde. Die Höhe dieser Quote aber habe drastische Auswirkungen auf die Dimension des Eigenanteils, der aus der Hasseler Gemeindekasse für die Radfahrerpiste zu zahlen sei.

Aktuell sei der Anteil für Hassel mit rund einer halben Million Euro allein für die Baukosten eingeplant. Ein Betrag in Höhe von 50 000 Euro für Kosten der Planung ist bereits Bestandteil des Hasseler Haushalts für 2020, den der Rat an dem Abend als erstes Parlament der Verbandsgemeinde einstimmig beschlossen hat. „Ich freue mich für die Gemeinde Hassel, dass sie schuldenfrei ist“, gibt Kämmerin Dana Hoedt dem Gremium lächelnd ein Bienchen. Und hat dann auch Lorbeeren für den Gemeindechef dabei, als sie, ebenfalls freundlich schauend, zu Protokoll gibt: „Sie haben einen sparsamen Bürgermeister.“

Damit diese positive Hasseler Haushaltssituation erhalten bleiben möge, hat der Rat festgelegt, die 50 000 Euro für die Radwegbau-Planungskosten im Etat 2020 mit einem Sperrvermerk abzusichern. Grund dafür sei, dass derzeit nicht einzuschätzen wäre, wie hoch die Kosten tatsächlich werden. Zur Finanzierung des derzeit mit rund 1,5 Millionen Euro veranschlagten Neubauvorhabens müsse die Gemeinde Hassel dann für 2021 womöglich einen Kredit aufnehmen, dessen Konditionen dann aber möglichst günstig sein sollen.

VON ANTJE MAHRHOLD

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