Preiskrise: Bund Deutscher Milchviehhalter organisiert Forum im Stall mit Bundestagskandidaten

„Pulverberg ist ein Bärendienst“

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Milch zu Pulver: EU-Kommission und EU-Agrarrat haben laut BDM den größten Berg seit 20 Jahren angehäuft. Die Menge müsse in Krisen gedeckelt werden können, wird gefordert.

Arneburg-Goldbeck/Schinne/Altmark. Nach der Stippvisite von Landtagsmitglied Dorothea Frederking (Grüne) im Frühjahr bei Milchbauer Frank Lenz macht der Herr über 335 Kühe in Sachen Milchpreiskrise weiter mobil.

Zusammen mit dem Leiter des Landesteams Sachsen-Anhalt im Bund Deutscher Milchviehhalter (BDM), Peter Schuchmann aus Schwarzholz, will der Schinner im Superwahljahr 2017 den altmärkischen Bundestagskandidaten auf den Zahn fühlen.

Wie der BDM mitteilt, gibt es dafür am 28. August in Schinne ein „Stall-Forum“, das allen Interessierten offen steht (siehe unten). Denn die Probleme an der Basis seien immer noch groß, auch wenn der Streit um den Milchpreis nach Großdemonstrationen im Mai vor einem Jahr in Berlin derzeit in der öffentlichen Wahrnehmung eine untergeordnete Rolle zu spielen scheinen. So appelliert der BDM an die Politik, „den in der Milchpreiskrise in der EU entstandenen Milchpulverberg marktunschädlich abzubauen“.

Laut BDM-Präsident Romuald Schaber sei die Anhäufung des größten Milchpulverbergs seit 20 Jahren „ein Bärendienst“ der EU-Kommission und des EU-Agrarrats gegenüber den Landwirten. Daher fordert der Verband, das Sicherheitsnetz für den EU-Milchmarkt dauerhaft um die Möglichkeit zu erweitern, die Milchmenge in schweren Krisen zu deckeln. Hilfsgelder müssten mit Mengendisziplin verknüpft werden, um so sicherzustellen, dass das Geld bei notleidenden Betrieben ankomme, fordert der BDM-Präsident vehement – und dürfte damit ostaltmärkischen Milchbauern wie Schuchmann und Lenz aus der Seele sprechen.

Von Antje Mahrhold

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Zur Wahl im Stall

Politik bei den Milchkühen

Am Dienstag, 29. August, um 18 Uhr, lädt das BDM-Landesteam Sachsen-Anhalt Berufskollegen und Interessierte in die Bismarker Ortsteile Schinne und Belkau ein. Mit Bundestagskandidaten des Wahlkreises 66/Altmark werden die Milchviehbetriebe von Theo Aue in Belkau und Frank Lenz in Schinne besichtigt. Als Erstes steht die Stippvisite bei den Schinner Milchkühen auf dem Programm, danach beginnt der Rundgang über den Ökobetrieb in Belkau. Im Anschluss ist eine Podiumsdiskussion mit den Kandidaten geplant, um Positionen der Bewerber zur zukünftigen Landwirtschaftspolitik zu erfragen.

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