Werbens Bürgermeister mit Brachflächen-Manager auf „Ortsbegehung“ im Verwalterhaus

Preußen-Backstein lockt Anonyme

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Werbens Altstadt zählt zu den interessantesten Städtebau-Ensembles der Ostaltmark. Besonders bedeutsam ist auch das Areal der früheren Johanniter-Komturei. Für das Verwalterhaus „gibt es Kaufinteressenten“, sagt der Bürgermeister. 

Werben. In die Zukunft des maroden Gebäude-Ensembles, das als Wiege des Johanniter-Ordens gilt, könnte Bewegung kommen: „Es gibt eine kleine Gruppe von Kaufinteressenten“, verkündet der Bürgermeister der weltkleinsten Hansestadt nach einem „Vor-Ort-Termin“ mit dem Brachflächen-Manager der Region.

Demnach habe sich Wolfgang Tacke vor wenigen Tagen mit Tino Pauls speziell im sogenannten Verwalterhaus umgesehen, weil es potenzielle Investoren gebe, die „sich zunächst erst mal mit der Liegenschaft vertraut machen möchten“, wie Tacke erklärt. Tacke: „Die Damen und Herren wollen aber vorerst noch anonym bleiben. “.

Bei der Ortsbegehung des Backsteingebäudes, dessen Sanierungsbedürftigkeit immer wieder auch unter Regie von Tackes zurückgetretenen Vorgänger Jochen Hufschmidt im Stadtrat diskutiert wurde, habe der Brachflächen-Experte über die „Grundstücks-Konstellation“ und „den Status der aufstehenden Gebäude“ informiert. „Sinnfällige Grundstücksteilungen wären bei einem Teilerwerb dann später zu diskutieren. Gleiches gilt für planungsrechtliche Fragen. In der Regel wird nach Baugesetzbuch entschieden. Art und Maß der baulichen Nutzung wird aus der unmittelbaren Nachbarschaft, im Zusammenhang bebauter Ortsteile, zugrunde gelegt“, lautet Tackes Fazit. Und er fügt hinzu: „Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, aber es ist ein Anfang für die Vermarktung des Terrains.“

Mit der Zukunft des geschichtsträchtigen Ortes haben sich seit Jahren eine Reihe teils hochdotierter Experten auseinandergesetzt. Vor vier Jahren stand das Areal, auf dem sich mit der Lamberti-Kapelle (Romanisches Haus) eines der vermutlich landesweit bedeutendsten Baudenkmale befindet, bereits im Zentrum eines Bundeswettbewerbs namens „Historische Stadtkerne – integriert denken und handeln“. Dafür erhielt die Stadt Werben im September 2013 sogar eine Auszeichnung.

Der Wettbewerbsbeitrag entwirft mutige Pläne und zielt maßgeblich auf die Belebung der Lamberti-Kapelle ab, die als Bauzeugnis der Gründerzeit der Johanniter vom Beginn des 13. Jahrhunderts eingestuft wird. Das Einzeldenkmal sei für die Geschichte des Ordens von herausragender Bedeutung, heißt es dort. Und: „Nach Klärung der komplizierten Eigentumsverhältnisse sollte das Gebäude bereits im nächsten Jahr als erstes Haus der Komturei denkmalgerecht instand gesetzt werden“, lautete 2013 das Ziel. Geplant war seinerzeit auch der Bau einer Seniorentagesstätte direkt neben der Kindertagesstätte „Storchennest“.

Ein Nutzungskonzept für das Komtureigelände, das zuletzt von einer LPG genutzt, dabei durch primitive Zweckbauten entstellt wurde und deswegen auch als Domäne bezeichnet wird, existiert seit 2011. Bis auf Notsicherungen ist seitdem aber nichts passiert.

Von Antje Mahrhold

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