Spargelbauer verkleinert wegen fallender Preise die Anbaufläche

Plätzer Kost schmeckt in der Schweiz

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Mit Tricks sprießt es früher: : Die Beete unter Folie werden automatisch bewässert. Gestochen wird auf dem Gut Plätz bereits seit Tagen.

Plätz – Verkaufshütten auch in der Kreisstadt zeugen vom Beginn der neuen Spargel-Saison: Klaus Heinl lässt sein königliches Gemüse schon seit einigen Tagen stechen – von unterirdisch beheizten Feldern seiner insgesamt knapp 60 Hektar großen Anbaufläche.

Etwa zehn Prozent des Areals werde künstlich erwärmt, mit Energie aus einem eigenen Biomassekraftwerk. Aber auch „Tunnel-Spargel“ wächst auf Heinls Gut. Ihn lässt der gebürtige Franke unter Folie in automatisch bewässerten Gewächshäusern an der Kreisstraße fünf Kilometer vor Goldbeck sprießen – nach der Premiere im März 2016 nun bereits zum vierten Mal.

„Die Preise sind immer weiter gefallen“, sagt Spargelbauer Klaus Heinl. 

Der Unternehmer gründete seine Firma in der Ostaltmark im Juli 1996. Der mittelständische Betrieb zählt zu den größten der Region. 1999 ließen die Heinls eine mit moderner Technik ausgestattete Spargelhalle errichten. Sie gilt dem Unternehmerpaar als Basis für das Erzeugen von besonders hochwertigem Spargel. Aktuell würden Feinkostläden in Hamburg, der Schweiz und und in Österreich beliefert. Wie der Unternehmer der Nachrichtenagentur DPA erklärt hat, liege der Kilopreis momentan bei 14 Euro. Der Wahl-Altmärker, der seit Juli 2014 für die Wählergemeinschaft Bertkow im Gemeinderat Goldbeck wirkt, habe die Anbaufläche für diese Saison verkleinert. Grund seien die in den vergangenen Jahren immer weiter gefallenen Preise.

Der Mittelständler hatte zuletzt mehrfach beklagt, dass in der Branche durch Importware und Dumpingpreise von Großbetrieben ein Verdrängungswettbewerb herrsche. Dadurch werde kleineren Produzenten das Geschäft verdorben. Neben Qualität und Frische setze Heinl auf motivierte Mitarbeiter, denn die Spargelernte bleibe trotz technischer Verbesserungen eine anstrengende Handarbeit, die ohne Saisonkräfte nicht zu leisten sei. Auf den altmärkischen Spargeläckern sind viele Helfer aus Polen und Rumänien im Einsatz.

Wegen des Mindestlohns sei der Job aber auch für Deutsche attraktiv, hat der Kreisbauernverband Stendal verkündet. Der nächste Höhepunkt bei Heinls steht bevor: Zum Spargelhoffest auf Gut Plätz am 4. Mai wird drei Wochen vor der Wahl wieder ein Massenansturm erwartet.

dpa/tje

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