Tino Braune sprüht vor Ideen und setzt auf die Jugend

Neuer Pächter im Waldbad: Handwerker übernimmt das Ruder

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Tino Braune (l.) und Alf Diedrich vor dem Hauptgebäude, in der sich auch die Gaststätte befindet.

Wischer – Tino Braune packt das Werkzeug kurz beiseite. Der neue Pächter des Waldbades Wischer baut gerade die Rezeption im Haupthaus um. Auch so soll sich einiges ändern.

„Ich habe jede Menge Ideen, nicht alle lassen sich schon 2019 verwirklichen.“ Herzstück der Anlage ist und bleibt der Campingplatz. „Ich möchte schon gern verstärkt auch die Jugend ansprechen“, sagt der 38-Jährige.

Die Dauercamper seien im Durchschnitt weit über fünfzig. „Diese Menschen sind mir wichtig, natürlich, aber vielleicht lassen sich auch noch Jüngere begeistern.“ Schließlich sei der Kiessee weit und breit schon etwas Einzigartiges. „Besucher schwärmen immer wieder vom breiten Strand und einem Ostseefeeling.“

Im Waldgasthof gibt es noch einiges zu tun.

Seit Beginn des Jahres hat der Hasseler vor den Toren der Kreisstadt Stendal das Sagen. „Wa-Ca-Wi“ steht im Büro groß an der Wand. Das Konzept „Waldbad-Campingplatz-Wischer“ möchte er unbedingt weiterentwickeln und die Aufgabe am liebsten bis zur Rente erfüllen. „Ich lebe hier ein Stück weit meinen Traum“, verrät der frühere Leiter einer Kfz-Werkstatt. Schon als Kind habe er im See gebadet. „Ich wollte nun noch einmal etwas ganz Neues machen.“ Der Vertrag mit der Gemeinde läuft erst einmal über zehn Jahre und kann optional um weitere fünf verlängert werden. „Das garantiert Planungssicherheit.“ Der Campingplatz hat eine fast 50-jährige Geschichte. „Ein Stück Erholungskultur.“

Und eine echte Herausforderung für jeden Pächter, meint Alf Diedrich, seit zwei Wochen Bürgermeister. Dass Braune für die Aufgabe regelrecht brenne, sei wichtig. Die Gemeinde wolle ihm den nötigen Rückenwind geben. Das Hautgebäude nach und nach zu erneuern, verliere niemand aus dem Auge.

Möglichst dieses Jahr soll der Sanitärtrakt auf dem Gelände endlich modernisiert werden. Kostenpunkt: insgesamt 300.000 Euro. Eine erhebliche Summe aus dem Leader-Fördertopf ist avisiert. „Wir wollen das Waldbad mit all seinen Möglichkeiten weiter am Leben erhalten, das bleibt eine schwierige Angelegenheit. Alle müssen mitziehen“, bekräftigt der Christdemokrat im Gespräch mit der AZ.

Pächter und Bürgermeister führen weiter durch das Objekt und stehen nach wenigen Türen in einer halb fertigen Küche. Den Waldgasthof hat Daniel Köhler-Scholz übernommen. „Ich hatte mehrere Interessenten und von ihm den besten Eindruck. Er besaß früher die Schnitzelei in Stendal und ist ein erfahrener Gastronom, das passt“, verteilt Braune Vorschusslorbeeren. In den Räumen soll alles heller und freundlicher werden. Die komplette Elektrik wird erneuert, der Tresenbereich verändert, die Decke begradigt, die eine oder andere Wand versetzt, da und dort der Boden gefliest. „Die offizielle Eröffnung ist für den 15. Februar vorgesehen. Die Vorfreude ist groß.“

Eine Gaststätte sei enorm wichtig. „Die Gäste wollen und erwarten das.“ Serviert wird deutsche Küche. Die Campingsaison beginnt so richtig im März, aber selbstredend seien Interessierte auch schon früher willkommen. 22 Plätze sind dauerhaft vermietet. „Raum für weitere haben wir genügend, einige Interessierte haben sich auch schon gemeldet“, verbreitet Braune Aufbruchstimmung. Aktuell trotzt ein Dauercamper den kühlen Temperaturen. See und Strand gehören fast allein den Vögeln. Die Badesaison startet offiziell im Mai. „Die Leute schätzen die gute Wasserqualität, Probleme mit Algen wie beispielsweise am Barleber See bei Magdeburg kennen wir hier nicht.“

Der Technikpark Altmark veranstaltet am 30. März nebenan wieder ein Off-roading mit schwerem Gerät. Ein Kinderfest ist im Waldbad für den 1. Juni geplant. Der Altmark-Triathlon startet am 14. Juli. Traditionell werde im größeren Stil auch immer wieder Volleyball und Fußball gespielt. Die Jugendfeuerwehren wollen laut Braune die Angebote stärker nutzen, das Deutsche Rote Kreuz signalisiere Ähnliches.

Der gebürtige Stendaler kann sich auch ein Badewannenrennen auf dem See gut vorstellen. „Ich bin für vieles offen und sammle weitere Vorschläge.“ Die Preise sollen übrigens nicht steigen, sondern in gestaffelter Form unterm Strich sogar günstiger ausfallen. Sandstrand, Wiese, Wald und Wasser: Braune verspricht ein „kleines Paradies für Freizeit und Camping“. Weitere Informationen unter www.wa-ca-wi.de.

VON MARCO HERTZFELD

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