Landratskandidat rechtfertigt sich

Nach Kritik am Auftritt in Arneburg: „Verstecken werde ich mich nicht“

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Am Tisch der Bürgermeister hatte Patrick Puhlmann (r.) nebst Ehefrau in Arneburg Platz genommen.

Arneburg/Stendal – „Ich habe das Gespräch mit den Menschen gesucht und mit ihnen gefeiert“, reagiert Landratskandidat Patrick Puhlmann (SPD) am Mittwochnachmittag auf die Kritik des Hasseler Bürgermeisters im Finanzausschuss der Verbandsgemeinde.

Alf Diedrich (CDU) hatte Montagabend in Goldbeck an die Adresse von Verbandsgemeinde-Chef René Schernikau (parteilos) seine Kritik über die Anwesenheit des von Linken und Bündnisgrünen unterstützten Bewerbers auf Arneburg-Goldbecks Senioren-Herbstfest zur Sprache gebracht – und erklärt: „Ich hätte ihn rausgeschmissen“, (AZ berichtete).

Puhlmann sei „erstaunt“, „welche Welle“ um seine Anwesenheit gemacht werde. Es habe sich um den „einfachen Besuch eines Kommunalpolitikers“ gehandelt, sodass der 36-Jährige „die Verhältnisse ins rechte Licht rücken“ wolle, teilt der Storkauer der AZ mit. Demnach habe der SPD-Kreistagsfraktionschef seinen Info-Stand, der vor der Stadthalle aufgebaut wurde, bei der Verbandsgemeinde „frühzeitig“ angemeldet. Für sich und seine Frau habe er auch eine Eintrittskarte gekauft. „In der Veranstaltung selbst waren wir lediglich Gäste wie alle anderen. Es gab von mir weder eine Rede noch hatte ich eine andere besondere Rolle“, erklärt der Sozialdemokrat.

Beim Fest im Arneburger Domizil an der Bahnhofstraße habe der Bewerber um das höchste Amt in der Stendaler Kreisverwaltung sowohl kurze als auch längere Gespräche geführt. Darin sei es „manchmal um eine Geschichte aus dem Leben“ und „manchmal auch um Politik und meine Kandidatur“ gegangen, schildert Puhlmann. Seine Anwesenheit in der Elbestadt sehe der Kandidat „schlichtweg als eine Gelegenheit für die Anwesenden, sich ein Bild von mir als Kandidaten zu machen“. Auch habe er „mehr über die Leute in der Verbandsgemeinde“ erfahren wollen. Seinen Angaben zufolge hätten „viele“ Herbstfest-Besucher „diese Chance gern genutzt“, während „andere“ „eben kein Gespräch“ gesucht hätten. „So einfach, so normal“, schätzt dies der Bewerber ein.

Der Meinung des Storkauers zufolge lebe Politik „vom Hingehen“ und „vom mitein-ander reden“. An dieser Maxime werde der potenzielle Nachfolger von Carsten Wulfänger (CDU) „auch in Zukunft festhalten“. Er wolle den Menschen weiterhin die „Gelegenheit“ für Gespräche geben – „egal, ob vor oder nach Wahlen“. So bleibe der in Coswig und Griebo im Landkreis Wittenberg aufgewachsene Sozialwissenschaftler „bestimmt unbeeindruckt“ davon, dass „einzelne Personen“ nach Verboten rufen würden. „Verstecken werde ich mich nicht“, kündigt der Mitarbeiter des Stendaler Borghardstiftung an. In der Einrichtung mit Sitz an der Osterburger Straße ist der Storkauer seit Herbst 2014 als Teamleiter im Bereich Stationäres Wohnen tätig.

VON ANTJE MAHRHOLD

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