Risikoanalyse wird teuer / Mehr als die Hälfte des Gebiets nicht in zwölf Minuten erreichbar

„Mitgliederschwund muss gestoppt werden

Die 29 Feuerwehren werden in vier Bereiche eingeteilt. Das Brandschutzkonzept soll am 18. Dezember beschlossen werden.

tje Arneburg-Goldbeck. Nur mit dem relativ preiswerten Beschaffen von Steckleitern allein wird es mit dem Brandschutz in der Verbandsgemeinde nicht vorangehen.

Der Finanzausschuss Arneburg-Goldbecks steckt am 12. Dezember im Goldbecker Verwaltungsamtssaal seine Köpfe zusammen, weil es teuer wird, die jetzt im Entwurf vorliegende Risikoanalyse samt Brandschutzbedarfsplan in die Tat umzusetzen. 

„Beratung der finanziellen Auswirkungen“ lautet deshalb der entsprechende Tagesordnungspunkt des Gremiums um Vorsitzenden Wolfgang Trösken. Beschlossen werden soll das Konzept vom Verbandsgemeinderat am 18. Dezember – ein Akt, auf den das Gebiet seit Jahren warte, wie Verbandsgemeinde-Wehrleiter Michael Nix erklärt hat.

Das von Diplom-Ingenieur Clemens Köhler verfasste Papier zählt 267 DIN-A4-Seiten. Der Experte hat diagnostiziert, dass nicht einmal die Hälfte des 304 Quadratmete großen Gebiets über öffentliche Verkehrsflächen erreichbar sei (44,3 Prozent). Und beim Rest könnten die Einsatzkräfte auch nicht innerhalb der vorgeschriebenen zwölf Minuten eintreffen (34,1 %).

So habe die Bewertung ergeben, dass Arneburg-Goldbecks 29 Ortswehren in vier Bereiche zusammengefasst werden müssen. Zu „Mitte“ sollen demnach die Feuerwehren Eichstedt, Baben, Lindtorf, Rindtorf, Hassel und Sanne zählen, zu „West“ Goldbeck, Rochau, Klein Schwechten, Schartau, Ziegenhagen, Bertkow, Möllendorf und Plätz, zu Süd Arneburg, Beelitz, Hohenberg-Krusemark und Schwarzholz sowie zu „Nord Werben, Behrendorf, Giesenslage, Iden, Sandauerholz, Rohrbeck und Hindenburg. „Doch auch damit ist eine hundertprozentige Erreichung des Schutzziels nicht möglich“, urteilt Köhler.

Dramatisch ist die Diagnose besonders beim Personal. Für eine doppelte Besetzung der einzelnen Funktionen fehlten alleine bei den Mannschaftsmitgliedern 59 Einsatzkräfte, für die laut neuesten Kriterien nötige Dreifachbesetzung mangelt es sogar an 233 Feuerwehrangehörigen. Noch bedrohlicher sei die Lage bei den Atemschutzgeräteträgern. Notwendig seien 120 solcher Spezialkräfte. Köhler: „Es stehen aber nur 104 Feuerwehrangehörige hierfür zur Verfügung.“ Für eine dreifache Besetzung dieser Posten bräuchte es 256 qualifizierte Kräfte. „Die Verbandsgemeinde ist gefordert, den Mitgliederschwund zu stoppen und umzukehren“, erklärt der Fachmann. Und schlägt vor, dafür die Anreize durch neue Technik, angenehme Umgebung in den Feuerwehrhäusern, das Übertragen von Verantwortung und das Entlasten von unnötigen Arbeiten zu schaffen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel