Ärger am Bauerngehöft: Durch Navigationsgeräte fehlgeleitete Lkw landen weiterhin in Eichstedt

Longvehikel rangieren im Dorf

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Zwischen zehn und 20 Laster pro Tag suchen gut 14 Kilometer südlich von Europas modernster Zellstofffabrik vergeblich die Einfahrt ins Werkstor. Der Sitz des Großunternehmens auf dem Gelände des Industrie- und Gewerbeparks bei Arneburg hat „Goldbecker Straße“ als amtliche Adresse. Das führt zu Verwechslungen.

Eichstedt. Lkw-Alarm im Uchtedorf – das ist seit Jahren ein Thema in Eichstedt. Dabei befindet sich das Zuständigkeitsgebiet von Bürgermeister Karlheinz Schwerin gar nicht vor den Toren von Europas modernster Zellstofffabrik – sondern rund 14 Kilometer südlich.

Aber zu „Zellstoff Stendal“ will der vielfach international tourende Schwerlastverkehr, um den Holzhunger des regionalen Mega-Unternehmens zu füttern. Fahrer im Cockpit setzen auf weitgehend superschlaue Navigationsgeräte, die die amtliche Adresse der Fabrik mit Sitz an der „Goldbecker Straße“ verarbeiten, wodurch es immer wieder zur Fehlleitung kommt.

So hat Eichstedts Gemeindeoberhaupt erst diese Woche wieder polnischen Lkw-Fahrern geduldig erklärt, dass sie in Eichstedt komplett verkehrt sind. Die Großfahrzeuge müssen dann im 320-Seelen-Ort aufwendig wenden und rangieren, um auf den richtigen Weg zum Zielort zu gelangen.

Bürgermeister Karlheinz Schwerin erklärt einem polnischen Lkw-Fahrer, dass es an der Goldbecker Straße in Eichstedt keine Großfabrik gibt. Die Longvehikel müssen dann ohne Einweisung wenden.

Nach Informationen der AZ sind es zwischen zehn und 20 Longvehikel, die an einem Tag nach Eichstedt gelangen. Dort stellen die Fahrer dann immer wieder verwundert fest, dass sich an der angesteuerten Adresse „Goldbecker Straße 1“ lediglich ein Bauerngehöft befindet – und von einem Zellstoffwerk weit und breit nichts zu sehen ist. Anwohner beobachten wieder, wie fehlgeleitete Lkw-Fahrer ohne Einweisung im Kreuzungsbereich drehen müssen.

Abhilfe soll jetzt geschaffen werden – zumindest war dies vor einigen Wochen in der Verwaltung der Verbandsgemeinde Thema.

Von Antje Mahrhold

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