Lindtorfer Agrarbetrieb macht bei Bonner Forschungsprojekt mit

Mit Mohn wächst bei Arneburg Multifunktionalität

Rot und blau büht auf einem Acker zwischen Arneburg und Dalchau Wintermohn, der  bald gemahlen wird.
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Wintermohn-Feld zum Backen bei Arneburg.
  • Antje Mahrhold
    VonAntje Mahrhold
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Arneburg/Lindtorf – Bis die Samen in den Kapseln beim Schütteln reifeanzeigend rascheln, darf einer der derzeit anblickserquicklichsten Äcker der Region weiter für Selfie-Alarm und Freiluftglückseligkeit sorgen.

Für die purflorale Wonne aus stolzem Wintermohn in Rot und Blau auf einem Feld an der Kreisstraße zwischen Arneburg und Dalchau zeichnet ein Lindtorfer Agrarerzeuger-Betrieb verantwortlich. Er hat für Wissbegierige am Feldesrand extra sogar ein Erklärschild in den Boden gebuddelt, damit Naturfans und solche, die es werden wollen, lesen können, was es mit den bunten Feldpflanzen so auf sich hat.

Backmohn-Info-Tafel eines Lindtorfer Agrarerzeugerbetriebs.

Unter dem Titel „Unser Backmohn“ informiert das Landwirtschaftsunternehmen, dass der Mohn vom ostaltmärkischen Feld gemahlen werden wird, um seinen Weg als nussig duftende Zutat für verschiedenste Leckereien anzutreten – etwa auf Brötchen, in Gebäck und Süßspeisen. Ein Mohnfeld der Lindtorfer hat auch schon im vorigen Jahr überregional für Interesse gesorgt, wie einer Auflistung des Instituts für Nutzpflanzenwissenschaft und Ressourcenschutz der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn darlegt. Darin findet sich der 2020-Wintermohnacker der Lindtorfer als lilaleuchtendes Beispiel zusammen mit gleichartigen Beweisfotos von Betrieben aus ganz Deutschland – von der Schwäbischen Alb über Nordbrandenburg, vom südöstlichen Ruhrgebiet über das Thüringer Becken und Westsachsen und das Steinhuder Meer bis nach Oberbayern.

Wie die Wissenschaftler aus der Ex-Bundeshauptstadt erklären, zeigten blühende Mohnlandschaften Landwirten „einen Weg in eine vielfältige Zukunft“. Die Mohnfelder würden das Landschaftsbild positiv beeinflussen. Außerdem böten sie ein reichhaltiges Pollenangebot, was Nahrung für zahlreiche Insekten sei. Jede Pflanze bildet sich im Idealfall fünf Kapseln mit Mohnsamen aus, der ölhaltig sei. Die Kapsel bleibt anders als beim Klatschmohn geschlossen, sodass sich die Samen nicht verteile, weil die Kapsel nicht aufspringe.

Das Willkommensschild der Elbestadt vor prächtiger Kulisse.

Auf die Bedeutung der optisch ansprechenden Pflanzen hat die Bundesstiftung Umwelt seit 2018 mit dem Forschungsvorhaben „Speisemohn im ökologischen Landbau“ hingewiesen.

Ziel der Regio-Mohn-Initiative war es auch Vermarktungskonzepte zu kreieren, weshalb eine familiengeführte Bio-Manufaktur aus dem Weserbergland an dem Projekt beteiligt gewesen ist. Wintermohnfelder seien ein Beispiel für ein ästhetisches Landschaftsbild auf dem Weg zu einer sogenannten „multifunktionalen Landwirtschaft“. Diese mache eine „hohe biologische Vielfalt“ möglich, haben die Forscher aus Bonn im Regio-Mohn-Projekt ermittelt.

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