Stadtoberhaupt hat sich einen Anwalt genommen / Tacke wirbt heute in Berlin für Werben

„Lassen Sie sich nicht verunsichern“

„Glauben Sie nicht den Schlecht-Rednern“, wehrt sich Werbens Bürgermeister in einem Aushang im Schaukasten am Rathaus indirekt gegen den Abwahlantrag des Stadtrates.

Werben. Bürgermeister Wolfgang Tacke hat sich einen Anwalt genommen.

Zwei Tage nachdem neun Stadträte auf Initiative der stärksten Fraktion – Unabhängige Wählergemeinschaft (UWG) – für die Abwahl des Werbener Bürgermeisters unterschrieben hatten, beauftragte der gebürtige Niedersachse einen Juristen, dessen Kanzlei an Tackes Arbeitsort in der Landeshauptstadt ihren Sitz hat. „Auskünfte gibt Dr. Michael Moeskes von der Kanzlei ,Anwälte am Dom’ in Magdeburg“, teilt Tacke der AZ mit. Der Fachanwalt für Verwaltungsrecht stehe dem 63-Jährigen in der Angelegenheit zur Seite, deren nächster offizieller Höhepunkt voraussichtlich am 26.  September eine außerordentliche Sitzung im Rathaus ist, wenn der Stadtrat über Tackes Abwahl abstimmt.

WolfgangTacke

„Lassen Sie sich nicht verunsichern! Ihr mehrheitlich gewählter Bürgermeister ist weiß Gott sehr viel für unsere tolle Hansestadt unterwegs“, hat das in der Kritik stehende Stadtoberhaupt jetzt eine Erklärung in den Schaukasten am Rathaus gehängt. So müssten „etliche Kontakte geknüpft und gepflegt werden“, bittet Tacke um Verständnis. Und fügt mahnend hinzu: „Glauben Sie nicht den Schlecht-Rednern, dass Werben nur aus schiefen Laternen, kaputten Bordsteinen und verstopften Gullys bestehen würde. Das ist nicht so, eher eine verzerrte Wahrnehmung von denen, die an nichts ein gutes Haar lassen“, erklärt der Bürgermeister in seinem Brief an die Werbener „Mitbürger“. Und endet mit der vielsagenden Aufforderung „Lassen Sie sich kein X für ein U vormachen!“

Damit die weltkleinste Hansestadt weiterhin „von sich reden macht“, ist das Stadtoberhaupt am heutigen Dienstag in der Bundeshauptstadt im Einsatz (AZ berichtete). So werde in einer Winckelmann-Soirée in der Landesvertretung Sachsen-Anhalts in Berlin nach Organisation von Frank Gellerich aus Werben und der Winckelmann-Gesellschaft aus Stendal Werbener Johannisgold-Bier vom Kommandeurshaus gereicht und präsentierten sich biedermeierlich gekleidete Repräsentanten, wie Ex-Bürgermeister Jochen Hufschmidt. So werde die „touristische Werbetrommel gerührt“. Geplant sei auch die Vorstellung der neuen Ausgabe eines Magdeburger Magazins, das sich dem Thema „Baupläne fürs Leben, Entwürfe Perspektiven“ widme. Darin mache die Hansestadt Werben „den Anfang“, kündigt Tacke in einer Presseinformation an.

Von Antje Mahrhold

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