Wischer/Hassel: Initiative startet zweite Aktion

Kritische Anwohner von Windkraftanlagen: „Bedürfnisse nicht berücksichtigt“

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Nur noch bei Annäherung leuchten sollen Windräder durch ein neues Bundesgesetz ab 2020.

Wischer/Arneburg-Goldbeck – Nach dem Erfolg ihres Bürgerbegehrens vom Juni setzt die Initiative kritischer Windkraftanlagen-Anwohner ihren Kampf um Mitbestimmung mit einer zweiten Unterschriftenaktion fort.

Die Initiative um den Vorsitzenden des Vereins „Naturfreunde Wischer“ hatte voriges Jahr mehrere Hundert Unterstützer zum Unterzeichnen animiert.

„Wir haben es geschafft, dass keine weitere Fläche zur Verfügung gestellt wird“, resümiert Wilfried Raup am Mittwochvormittag auf AZ-Anfrage den aktuellen Stand. Raup bleibe weiterhin führender Kopf der Initiative, die erreicht habe, dass nahe des Hasseler Ortsteils ein umstrittenes Windrad von mehr als 130 Metern Nabenhöhe nicht errichtet werden dürfe.

So habe Raup aktuell bereits etwa 50 Unterschriften im Bauamt der Verbandsgemeinde im Arneburger Verwaltungsstandort eingereicht, wie der Vereinsvorsitzende erklärt. Anlass für die erneute Aktion ist die am 18. Februar endende Beteiligungsphase innerhalb der öffentlichen Auslegung des umstrittenen dritten Entwurfs „Sachlicher Teilflächennutzungsplan Wind für die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck“. „Es bewegt sich jetzt auch politisch etwas“, verweist Raup auf eine Positionierung des Hasseler Gemeinderates, dessen Mitglied er ist.

Das Gremium habe sich vor eineinhalb Woche der neuen Initiative angeschlossen. Und auch der Stadtrat in Arneburg habe sich entsprechend ausgesprochen. Denn jetzt gehe es um die sogenannten Bestandsflächen, von denen es um Hassel und Wischer bekanntlich eine ganze Menge gibt.

Wenn in diesen Gebieten neu investiert werde, sollen dort keine überhohen Anlagen gebaut werden dürfen, will die Initiative erreichen. „Wir möchten keine Windräder, die 200 Meter hoch sind“, nennt Raup das Ziel der neuen Aktion. Außerdem sollen die gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstände zu den Wohnhäusern eingehalten werden.

„Die Bedürfnisse von Natur und Mensch werden nicht ausreichend berücksichtigt“, erklärt die Initiative in ihrer Stellungnahme an das Bauamt der Verbandsgemeinde. Und zählt darin Argumente auf, die für eine Begrenzung der Höhe neuer Anlagen sprechen würden. So werde das Landschaftbild beeinträchtigt, weil die Ebene des Geländes und der geringe Waldbestand die Fernsicht auf die Windräder kaum einschränken würden. „Die Anlagen sind weithin sichtbar. Nachts überlagert sich das Blinken der jeweiligen Windparks“, heißt es dort.

So hätten die Anlagen insgesamt „optische und akustische Wirkungen“ auf die Anwohner, die bereits jetzt als „erdrückend“ eingeschätzt werden. Neue Anlagen mit noch höheren Leistungen würden zu stärkerer Lärmbelästigung führen. Deshalb fordert die Initiative, für Ersatzneubauten im Windpark Arneburg/Sanne 125 Meter Nabenhöhe festzulegen.

„Es ist zu beachten, dass auch Windräder Industrieanlagen sind, die neben positiven Effekten negative Einflüsse auf die Umwelt haben“, setzen die besorgten Anwohner auf ein für 2020 geplantes Bundesgesetz. Das soll eine Höhenbegrenzung festlegen und vorschreiben, dass Windräder nachts nur bei Annäherung leuchten dürfen, erklärt die Initiative.

VON ANTJE MAHRHOLD

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