Umweltschützer: Müllanlage „zweifelhaftes Experiment“

Kritik gewinnt an Hitze

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Wildgänse fliegen nahe IGPA und Zellstoffwerk auf.

Arneburg. Gegen den möglichen Bau einer thermischen Müllbeseitigungsanlage im Industrie- und Gewerbepark Altmark (IGPA) bei Arneburg regt sich nach einem Treffen von Umweltschützern erster stärkerer Widerstand.

„Wir wollen nicht mit zweifelhaften Experimenten, die zu Geldverbrennungsanlagen werden können, die hier angesiedelte Bevölkerung ihrer Lebensqualität berauben“, meint Hella Ueberschaer, Vorsitzende des Vereins „NaturFreunde“, Ferchels.

Ähnliche Vorhaben hätten gezeigt, dass die Grundstückswerte in der Umgebung einer solchen Anlage stark sinken würden. „Wir wohnen zwischen einem belästigenden Militärgelände und dem IGPA. Ein menschenwürdiges Leben wird für uns unmöglich sein, wenn sich die Politiker auf diesen Wahnsinn einlassen und der dringend erwünschte Zuzug von jungen Menschen wird ausbleiben“, ist die Umweltreferentin überzeugt.

Prof. Dr. Winfried Schülke, Bürgerinitiative gegen das Steinkohlekraftwerk, lehnt das Vorhaben nicht minder vehement ab. Bei dem thermischen Verfahren anfallende Reste würden auf Äcker gebracht werden, um damit Düngemittel länger im Boden zu halten. „Doch in der Restkohle sind die Schadstoffe Dioxin und Furan aus der thermischen Zersetzung des Mülls enthalten. Diese Schadstoffe befinden sich bei der konventionellen Müllverbrennung in der Flugasche.“

Das bündnisgrüne Landtagsmitglied Dorothea Frederking sieht darüber hinaus auch rechtliche Schranken: „Das Vorhaben in der Altmark mit der Entsorgung von importiertem Abfall widerspricht dem gesetzlich festgelegten Grundsatz der Entsorgungsautarkie.“

Ein Luxemburger Unternehmen will bei Arneburg eine Großanlage errichten und dafür eine Milliarde Euro investieren (die AZ berichtete).

Von Marco Hertzfeld

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