Förderbescheid für Sporthalle Werben / Turnhalle-Fassade in Iden stehe noch aus / Pläne in Goldbeck

Konjunktur macht den Sport teuer

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Weil in Goldbeck eine neue Grundschule gebaut wird, soll auch die Turnhalle auf der gegenüberliegenden Straßenseite modernisiert werden.

Werben/Goldbeck/Iden. Nach Sekt im Januar mit dem Finanzminister im Sportlerheim Goldbeck bei der Fördermittel-Übergabe für die neue Grundschule an der Ebert-Straße will die Uchtegemeinde auch ihre Turnhalle auf der gegenüberliegenden Seite für die Zukunft fit machen.

Erste Pläne hat ein Fachmann dem Gemeinderat um Bürgermeister Torsten Dobberkau vorgestellt, der Antrag auf Investitionszuschüsse ist in Arbeit.

Bernd Schulze hat als Sportvereinschef im Dezember 2016 Vorarbeit für 110 000 Euro Fördergeld geleistet.

Gekämpft um finanzielle Unterstützung hat in Werben Sportvereinschef Bernd Schulze bereits seit Jahren. Im Dezember 2016 war mithilfe eines TV-Senders für etwa 2000 Euro eine neue Gasheizung installiert worden, damit Sport auch im Winter im früheren Lokschuppen möglich ist, der nach dem Aus der Altmärkischen Kleinbahn Ende der 1970-er Jahre zum DDR-Feiertag der Republik als Turnhalle in Betrieb gegangen war.

Verbandsgemeinde-Chef René Schernikau (v.l.) bedient Finanzminister André Schröder und Bürgermeister Torsten Dobberkau.

Inzwischen ist der Vorsitzende des aktuell 184 Mitglieder zählenden Vereins „Rot-Weiß“ auch Bürgermeister der weltkleinsten Hansestadt und konnte seinem Stadtrat verkünden, dass sich der arbeitsintensive Kampf mit dem Bauamt der Verbandsgemeinde um Geld aus dem Landestopf „Sporthallen außerhalb von Schulen“ gelohnt hat. 110 000 Euro sollen in die energetische Sanierung des Domizils in Nachbarschaft zum Stützpunkt der Werbener Feuerwehr fließen. Schulze plädiert dafür, dass die Arbeiten an Fenstern und Dämmputz am Westgiebel in den Sommerferien erledigt werden. Den für die Finanzierung nötigen Eigenanteil in Höhe von rund 10 000 Euro bringt der Sportverein auf, da Werbens leere Stadtkasse dazu außerstande ist.

Seit Fertigstellung der Sanierung im August vorigen Jahres darf in der Turnhalle Iden nur noch auf hellen Sohlen trainiert werden.

Was in Arneburg-Goldbecks hohem Norden in Sack und Tüten scheint, muss in Goldbeck erst noch für Magdeburger Entscheider beschlussreif werden. Wie in Werben muss das Sanierungsprojekt Goldbeck erst den sogenannten Demografie-Check bestehen. Geplant ist, dass die ebenfalls als energetische Sanierung geplante Baumaßnahme aus dem Topf „Stark III ELER“ finanziert wird. Laut dem Planer, der auch die Sanierung der Sporthalle in Iden begleitet hat, würde etwa eine neue Goldbecker Turnhallenfassade aus Metall rund 211 000 Euro kosten. Für ein neues, gedämmtes Dach müssten 216 000 Euro kalkuliert werden, für Fenster und Türen weitere 136 000 Euro, für LED-Licht 37 000 Euro und für ein barrierefreies WC 11 000 Euro. 90 Prozent der Kosten seien förderfähig, als Eigenanteil müssten rund 100 000 Euro durch die Gemeinde Goldbeck geleistet werden. Eine große Rolle bei der Vergabe der Fördermittel spielt auch der Grad der Auslastung, also wie oft, durch wen und in welcher Anzahl die Halle genutzt wird.

Und selbst wenn Sanierungen geglückt sind, wie die Sporthalle Iden mit ihrem knochenfreundlichen neuen Sportbodenbelag im vorigen Sommer gezeigt hat, ist für die Bauherren Geduld gefragt. Denn auch das Wischedorf wartet noch auf den Beginn der geplanten Sanierung der Fassade des Objekts an der Lindenstraße.

Maßgeblich beeinflusst die anhaltend überhitzte Konjunktur das Zustandekommen von Investitionen in die Sportinfrastruktur. Der Mangel an Kapazitäten bei Baufirmen führt seit geraumer Zeit zu steigenden Preisen, weshalb der Planer den Goldbeckern empfiehlt, die Bausummen mindestens zehn Prozent höher anzusetzen. Fotos: Mahrhold/privat

Von Antje Mahrhold

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