Wehrleiter erinnern an das Hochwasserunglück vor fünf Jahren und ihre Erfahrungen

Katastrophe von 2013 immer noch präsent

Mit der Sandsackfüllanlage Mammut 175 / 7S kann in der Sekunde ein Sandsack befüllt werden, das sind 3600 Sandsäcke in der Stunde. Im Rahmen der 5. Hochwasserkonferenz auf dem Gelände des Feuerwehrtechnischen Zentrums wurde dies demonstriert.

Arneburg. „Damals, da hatten wir auch schönes Wetter“, berichtet Michael Geffers, Landesbrandmeister und Wehrleiter der Hansestadt Stendal am Montag auf der 5. Hochwasserkonferenz im Feuerwehrtechnischen Zentrum (FTZ) in Arneburg. „Damals“, das war 2013.

Doch im Gegensatz zu heute konnten die Einwohner des Landkreises Stendal vor fünf Jahren nicht träge in der Sonne herumlümmeln. Stattdessen mussten Sandsäcke befüllt werden. Familien bangten um ihr Zuhause, ihre Existenz.

Mehr als 100 Besucher haben die Konferenz besucht, sich über die Arbeitseinsätze und Erfahrungen beim Hochwasser informiert.

Die Hochwasserkatastrophe von 2013 ist auch heute noch vielen Menschen – Betroffenen wie Außenstehenden – bitter im Gedächtnis geblieben. Die Konferenz im FTZ gab den entsprechenden Raum um über das Erlebte zu sprechen, Erfahrungen und Problematiken zu erläutern, aber auch Maßnahmen des Hochwasserschutzes, welche seitdem ergriffen wurden, vorzustellen.

„Wir haben damals vom Landrat die Anweisung zum Befüllen von Sandsäcken bekommen. Keiner wusste wie. Keiner wusste wie lange“, erinnert sich Geffers, welcher 2013 die Einsatzführung auf dem Flugplatz Borstel innehatte, an die Herausforderung. Mit der Sandsackfüllanlage kann pro Sekunde ein Sack befüllt werden, das sind 3600 Säcke in der Stunde, wie Geffers später noch demonstrierte. Einzig das Nachfüllen der Maschine bremst den Prozess aus.

Dem Landrat Carsten Wulfänger (v.l.) und Holger Stahlknecht gebührte der erste Happen aus dem neuen Feldkochherd.

Doch während des Einsatzes 2013 ging es nicht nur um das Befüllen von Sandsäcken. Die Rahmenbedingungen für die Helfer mussten ebenfalls bereitgestellt werden. Toiletten und Verpflegung wurden für die Helfer benötigt, Arbeits- und auch Brandschutz mussten eingehalten werden. Bei all den Menschen wurden Mücken- und Sonnenschutz gebraucht. „Außerdem mussten wir die Leute motivieren, dass sie wiederkommen. Jeder war wichtig. Jeder hatte eine Aufgabe.“ Zudem durfte das „Tagesgeschäft“ der Feuerwehr nicht vernachlässigt werden. „Wir hatten Waldbrandstufe vier“, so Geffers. Die Stendaler lagen nicht im akuten Gefahrenfeld des Hochwassers. „Es ist eine andere Hausnummer, wenn man selbst betroffen ist.“

Das kann auch Sven Engel, Leiter der Freiwilligen Feuerwehr Osterburg bestätigen. Während der Hochwasserkatastrophe oblag ihm die Einsatzleitung auf Büttnershof. „Die Einsatzkräfte wussten, was für sie auf dem Spiel stand. Ihre Heimat war in Gefahr.“

Katalin Soppart, welche heute Mitglied im Regionalvorstand bei den Johannitern ist, war 2013 nicht vor Ort, kennt den Schrecken der Naturgewalten nur aus Erzählungen und Berichterstattungen. „Aber die Elbe ist immer präsent“. Aus diesem Grund weist Soppart auch darauf hin, was bei eventuellen zukünftigen Katastrophen in der Betreuung und Verpflegung bedacht werden müsse. Die Bevölkerung werde immer älter, so etwas sollte für Evakuierungen berücksichtigt werden.

Was bei der Konferenz besonders deutlich wurde, ist allerdings, dass das Hochwasser nicht nur Schäden zurückgelassen hat. Sondern auch die Erfahrungen mit solch einer Extremsituation umzugehen und diese bei allen Schwierigkeiten zu meistern.

Gemeistert wurde auch die erste Mahlzeit, welche im neuen Feldkochherd, den Sport- und Innenminister Holger Stahlknecht feierlich übergeben hatte, zubereitet wurde. Die Gäste konnten sich über Rouladen und Rotkohl freuen.

Von Laura Kühn

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