Tier war sehr unterernährt

Storchendrama in Eichstedt: Trauriges Ende einer Rettungsaktion

Ein Jungstorch liegt regungslos im Stroh, neben ihm ein Holzgliedermaßstab.
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Vor der Abholung durch Mitarbeiter des Storchenhofes Loburg wurde das Jungtier vermessen und fand vorübergehend Unterschlupf in einem benachbarten Kükenstall.
  • VonDieter Bandau
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Obwohl das Storchenpaar am Horst an der Eichstedter Kirche in diesem Jahr erst sehr spät zueinander fand, sorgte es für Nachwuchs. Doch die Aufzucht fand, trotz einer dramatischen Rettungsaktion, kein gutes Ende.

Mario Gebert und Andreas Langer bargen den kleinen Jungstorch aus dem Horst. Das Hubgerät war kurzfristig vom zuständigen Energieversorger bereitgestellt worden.

Eichstedt – Mitte bis Ende August sammeln sich die Jungstörche eine Woche lang in Gruppen und fliegen dann in den Süden, wobei sie – meist schwebend wie ein Segelflugzeug – täglich zwischen 150 und 300 Kilometer zurücklegen. Die Altstörche machen sich für gewöhnlich etwas später auf den Weg. Rolf Jurga, der neben dem Horst wohnt, berichtete Dieter Bandau am vergangenen Sonntag, dass die Altstörche seit zwei Tagen nicht mehr zu sehen seien und der kleine Storch demnach auch nicht mehr gefüttert wird. Es musste also gehandelt werden. Bandau informierte Daniel Seidel von der unteren Naturschutzbehörde in Stendal und Michael Kaatz von der Vogelschutzwarte Loburg über die Situation. In Absprache mit dem Energieversorger Avacon wurde am Dienstag ganz kurzfristig innerhalb einer Stunde ein Steigerfahrzeug zum E-Mast an der Kirche geschickt. Für etwa 15 Minuten musste für die „Operation Storchenrettung“ der Strom im Binnen abgeschaltet werden. Danach holten die beiden Avaconmitarbeiter Mario Gebert und Andreas Langer unter den Augen zahlreicher besorgter Dorfbewohner das dehydrierte Jungtier vom Nest und übergaben ihn an Daniel Seidel von der Unteren Naturschutzbehörde und Dieter Bandau, der den regungslosen Adebar erst einmal in seinem Kükenstall unterbrachte. Gegen 14.45 Uhr wurde er dann von Gregor Andorf, einem ehrenamtlichen Helfer vom Storchenhof Loburg, abgeholt.

Für die Dauer der Rettung musste zu einigen Haushalten die Stromversorgung unterbrochen werden.

Leider fand der engagierte Einsatz kein gutes Ende: Auf Nachfrage bei Michael Kaatz am Folgetag in der Loburger Vogelschutzwarte am Folgetag erfuhr AZ-Mitarbeiter Dieter Bandau, dass das Tier die Nacht trotz Bemühen der Biologen nicht überlebt hat. Er war laut Kaatz mit 1550 Gramm sehr untergewichtig, normal wäre ein Gewicht von einem Kilogramm oder mehr. Auch wies der Vogel bereits Hungerspuren auf.

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