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Millionenprojekt in Arneburg in der Schwebe – erneute Beratung

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Von: Tobias Henke

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Das Zellstoffwerk gehört zum IGPA in Arneburg
Der Industrie- und Gewerbepark könnte weiter wachsen. Der zuständige Planungsrat muss hierfür allerdings noch grünes Licht geben. © Mahrhold, Antje

Arneburg – Mit der möglichen Erweiterung des Industrie- und Gewerbeparks Altmark (IGPA), die ein Volumen von rund 350 Millionen Euro hat und bei der rund 250 bis 300 Arbeitsplätze entstehen könnten, hat sich am Dienstagabend der zuständige Planungsrat beschäftigt. Besonders intensiv diskutiert wurde das Vorhaben eines Unternehmens, in dem Industriepark eine sogenannte „Landbasierte Aquakultur“, eine Form der industriellen Fischproduktion, zu betreiben. Hierfür müsste zunächst die rechtliche Grundlage geschaffen werden.


Im Rahmen eines „Beschlusses über die Befreiung von den Festsetzungen des B-Plans IGPA“, wie es im Amtsdeutsch heißt, war geplant in der Sitzung darüber abzustimmen, ob für die Aquakultur eine Ausnahme davon gemacht werden kann, dass Massentierhaltung auf dem Gelände des IGPA ausgeschlossen wird. Dirk Michaelis, Leiter des Bauordnungsamtes in Stendal, erläuterte bei der Sitzung, dass eine Befreiung nicht ausreicht, da diese in die Grundzüge des Bebauungsplans eingreife. Benötigt werde eine Änderung des Bebauungsplanes. Mit der muss der Planungsrat sich in seiner kommenden Sitzung beschäftigen.

Dies könnte Anfang November geschehen. Stefan Künzer von der Agriculture Park AG, hatte zunächst kurz die Grundzüge eines Vorhabens zum Bau von Gewächshäusern erläutert. Diese würden unter anderem auf Gas als Energielieferant verzichten, so wie es in „klassischen Gewächshäusern, wie man sie zum Beispiel aus den Niederlanden kennt, der Fall ist“. Das Unternehmen ist ein Tochterunternehmen der Fakt.AG. „Es wurde gegründet, da Landwirtschaft nun mal etwas anderes ist, als es Immobilien sind“, erläuterte Künzer. Einen genauen Plan, wann die Vorhaben realisiert werden können, gibt es noch nicht, da noch Details mit dem Landkreis zu klären sind. Dies gilt unter anderem auch für den Wasserverbrauch der Fischzucht. Dr. Bert Wecker, Geschäftsführer eines Unternehmens, das Aquakulturen errichtet, erläuterte die Eckdaten des Vorhabens. Demnach umfassen die acht Becken, in denen Fische gezüchtet werden sollen, ein Gesamtvolumen von 24 000 Kubikmetern Wasser. 100 Kubikmeter davon müssen täglich ausgetauscht werden. Hierzu hinterfragten einige Mitglieder des Planungsrates, ob dies in einer im Sommer wasserarmen Region überhaupt leistbar sei. „Hierzu sind wir in Gesprächen mit dem Landkreis.“ Wecker betonte, dass über 99 Prozent des Wassers recycelt würden. Gezüchtet werden soll der in tropischen Gewässern heimische Kingfisch, der besonders schnell wachsen und sich deshalb gut eigneten. Laut Wecker könne er im Regelbetrieb komplett auf den Zusatz von Medikamenten verzichten. Mit Blick auf die überfischten Meere sei die Fischzucht zudem eine wichtige Nahrungsquelle für die Zukunft. In ihre kommenden Sitzung Anfang November will sich der Planungsrat erneut mit dem Großprojekt beschäftigen, das dort unter dem Dach der Argiculture GmbH entstehen soll. Sowohl für die Gewächshäuser, in denen Biogemüse angebaut werden soll, als auch die Fischzucht steht die Zustimmung noch aus.

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