Ex-Bürgermeister Rainer Pempel warnt vor Rutschgefahren

Iden: Friedhof könnte Liebe brauchen

Das Mahnmal auf dem Idener Friedhof vor der Kirche.
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Das Mahnmal auf dem Idener Friedhof sollte mal wieder gesäubert werden, findet der ehemalige Bürgermeister Rainer Pempel.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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An mehreren Stellen findet Idens Ex-Bürgermeister Grund, sich über den Zustand des Friedhofes zu beschweren.

Iden – Am nordwestlichen Zugang zur evangelischen Kirche in Iden öffnet der ehemalige Bürgermeister Rainer Pempel ein leise quietschendes Eisentor. Ihm fällt es leicht, von dort aus zu den Gräberfeldern und den anonymen Grabstellen zu gehen. Doch schon der erste Schritt ist eine kleine Tücke: Die Kante, die sich zwischen Fußweg und dem leicht geschwungenen Kirchenweg gebildet hat, ist eine Stolperfalle für Personen mit Gehhilfen, Rollatoren oder Rollstühlen. Der Zustand des örtlichen Friedhofes beschäftigt den ehemaligen Bürgermeister bereits seit Jahren. Mit dem zurückliegenden Volkstrauertag und dem Totensonntag seien sie Probleme aber noch einmal sichtbarer geworden.

Abgesackte Steine am Wegesrand können zur Stolperfalle werden.

Obwohl er in einem relativ kleinen Ort liegt, werde der Friedhof gut besucht, erklärt Pempel. Gerade zu den Feiertagen seien viele Personen, auch aus der Ferne, gekommen, um den Toten zu gedenken, Kränze und Blumen abzulegen. Doch schon bis zum nah am Eingang gelegenen anonymen Gräberfeld gibt es mehrere Punkte, über die Pempel sich ärgert. Nach wenigen Schritten kommt man an einem Schaukasten vorbei, der bereits bessere Zeiten gesehen hat. Während das Material noch in recht gutem Zustand zu sein scheint, könnte die Scheibe mal wieder abgewischt werden. Besonders an der unteren Kante hat sich eine dicke Kruste aus Moos gebildet. „Kein guter erster Eindruck wenn man auf den Friedhof kommt“, findet Pempel. Weiter geht es an der Kirche vorbei – dort werde der historische Weg gerade in Schlechtwetter und Winterzeiten noch gefährlicher. Die Kirche hat keine Regenrinnen und Fallrohre. Wasser plätschert ungebremst auf die Steine und kann an der kalten und erst spät im Sonnenlicht liegenden Nordseite schnell eine Frostschicht bilden. Helfen könnte ein zusätzlicher Weg mit rutschsicheren Steinplatten neben dem historischen Pfad. Damit werde Bürgern, die nur eingeschränkt mobil sind, sich aber weiterhin um Grabstellen kümmern möchten, ein sicherer Zugang ermöglicht. Neu sei diese Idee nicht, erklärt Pempel. Bereits 2014 wurde dieser Vorschlag im Gemeinderat angesprochen worden. Nur passiert sei bisher nichts.

Ebenfalls ein Dorn im Auge ist Pempel der Zustand des Mahnmales. Es erinnert nicht nur an die Gefallenen beider Weltkriege, sondern allen Opfern von Gewalt, wie darauf zu lesen ist – zumindest mit ein wenig Anstrengung. Gerade bei herbstlichem Wetter und schlechtem Licht ist die Schrift wegen des Grünbelags nicht auf den ersten Blick zu entziffern. „Wenn man ein Denkmal besprüht, spricht man von schänden. Nichts tun ist für mich auch schänden“, formuliert der Ex-Bürgermeister seine Vorwürfe drastisch. Der Gemeinderat Iden befasst sich heute in seiner Sitzung um 18 Uhr im Gemeindehaus mit dem Friedhof.

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