Zwei Männer wegen Brandstiftung in mindestens 14 Fällen vor Gericht

Brandstifter in Arneburg-Goldbeck: „Habe mich nicht schlecht gefühlt“

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Großbrand einer Scheune bei Iden zu Beginn des Jahres: Wegen diverser Brandstiftungen im Raum Arneburg-Goldbeck stehen seit gestern zwei Männer im Alter von 27 und 33 Jahren vor dem Stendaler Landgericht.

Stendal / Arneburg-Goldbeck. Brandstiftung in mindestens 14 Fällen, so lautet die Anklage. Die Taten, wegen derer sich zwei Männer im Alter von 27 und 33 Jahren seit gestern vor dem Stendaler Landgericht verantworten müssen, wiegen schwer.

Holzstapel, ein Weizenfeld, Scheunen und alte Reifen sollen sie angezündet haben. Dazu kommen Dieselklau und ein gesprengter Briefkasten. Vorsitzende Richterin Simone Henze-von Staden ging es auch darum zu erfahren, warum jemand solche Taten begeht. Doch die Vernehmung gestaltete sich umständlich.

Aus dem Gericht

Zu den größten Tatvorwürfen zählen ein Scheunenbrand bei Iden (320 000 Euro Schaden), ein angezündeter Bagger (80 000 Euro Schaden) sowie ein Scheunenbrand bei Werben (55 000 Euro Schaden). Die Taten liefen, so gab der 27-jährige Florian D. an, immer ähnlich ab. Er sei mit seinem Auto zum 33-jährigen Mitangeklagten gefahren. Dort, beziehungsweise auf dem Weg zum Tatort, hätten sie jeweils „eine Viertelflasche Jim Beam“ getrunken. Auf dem Hin- und Rückweg von ihren Taten sei immer Steven L. gefahren. Im Anschluss hätten sie noch eine gewisse Zeit miteinander verbracht, bevor D. wieder mit seinem Auto nach Hause fuhr.

Begonnen habe alles, so die Chronologie der Anklageschrift, mit dem Entzünden von ungefähr 100 Raummetern Holz. Nachdem sie „ziellos unterwegs“ gewesen seien, hätten sie bei einem Holzstapel angehalten und diesen mit Grillanzündern in Brand gesetzt. „Warum verteilt man Grillanzünder auf fremder Leute Holzstapel? Das interessiert mich wirklich“, so Henze-von Staden. Eine Antwort erhielt sie nicht. Auch die Tatabläufe waren nicht immer klar verständlich. „Nun lassen Sie sich doch nicht alles aus der Nase ziehen“, mahnte die Vorsitzende Richterin. Nachdem der Holzstapel zu brennen begann, hätten sich beide Männer entfernt. Und seien etwa 30 Minuten später noch einmal an dem brennenden Stapel vorbeigefahren, den die Feuerwehr zu löschen versuchte. „Ich fand das eigentlich nicht so gut“, so der 27-Jährige. Die Feuerwehr habe er aber nicht verständigt.

Bei der zweiten Tat, einer angezündeten Scheune bei Werben, sei die ursprüngliche Tatabsicht eine ganz andere gewesen. „Wir wollten eigentlich Kanister von dort mitnehmen, also klauen, um darin später gestohlenen Diesel abzufüllen“, gibt Florian D. an. Kanister fanden sie dort jedoch nicht. Auf die Idee, die Scheune in Brand zu setzen, sei Herr L. gekommen. Wieder unter dem Einfluss einer „Viertelflasche Jim Beam“, hätten beide mit Feuerzeugen das in der Scheune befindliche Stroh angezündet. „Da habe ich mich nicht so schlecht gefühlt. Also nicht so schlimm wie jetzt gerade“, so der 27-Jährige. Einige Taten, wie zum Beispiel ein Scheunenfeuer bei Seehausen oder den in Brand gesetzten „Terex“-Bagger, bestritt er. Der Prozess wird fortgesetzt.

Von Mike Höpfner

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