„Ist nicht nur eine Rede halten“

Goldbeck und Iden: Direktor kann nicht auf zwei Einschulungen gleichzeitig tanzen

In Iden wurden in diesem Jahr 15 Mädchen und Jungen eingeschult. 23 Erstklässler wurden in Goldbeck begrüßt.
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In Iden wurden in diesem Jahr 15 Mädchen und Jungen eingeschult. 23 Erstklässler wurden in Goldbeck begrüßt.

Goldbeck/Iden – „Man kann es nicht allen recht machen“, trifft Arneburgs Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) den Nagel auf den Kopf, nachdem Gabriele Andert (Freie Fraktion) beim Schul- und Sozialausschuss der Verbandsgemeinde Mitte der Woche, das Thema Einschulungen angeschnitten hat.

Eltern der Abc-Schützen der Grundschule Iden hätten am großen Tag ihrer Zöglinge im August die Präsenz von Schulleiter Jens-Uwe Marquardt vermisst.

Denn dieser wohnte zeitgleich der Feierstunde an der Grundschule Goldbeck bei. Als Vertretung musste Verbandsgemeindechef René Schernikau herhalten. „Aber die Eltern möchten ganz einfach den Direktor da haben“, berichtet Andert, was ihr zugetragen worden sei. Um allen gerecht zu werden, schlägt die Ausschussvorsitzende vor, die Veranstaltungen zeitlich versetzt stattfinden zu lassen.

Jens-Uwe Marquardt, Schulleiter.

Bislang war Marquardt Schulleiter in Iden, hat diese Position seit drei Jahren kommisarisch aber auch für den Standort Goldbeck übernommen. Nach einem Antrag auf Versetzung liegen die Rollen nun anders herum, berichtet der Schulchef im Ausschuss. In Goldbeck habe er die offizielle Position des Schulleiters angetreten, in Iden wirke er auf dieser Position kommisarisch. „Wenn auch immer noch sehr gerne!“

Marquardt selbst seien die Klagen der Eltern bislang nicht zu Ohren gekommen. Für ihn stehe allerdings fest, keine zwei Einschulungen an einem Tag betreuen zu wollen. „Es ist ja nicht nur eine Rede halten, sondern auch das ganze drum herum“, erklärt der Schulleiter den Ausschussmitgliedern.

Auch der Verbandsgemeindechef merkt an, dass für beide Veranstaltungen genug Zeit sein sollte damit diese nicht in Gehetze ausarten. Gespräche darüber, die Einschulungen zeitversetzt zu legen, habe es im Vorfeld gegeben, berichtet Schernikau. „Aber dann hätte eben die eine Einschulungsfeier entsprechend vorverlegt werden müssen.“ Und damit seien die betroffenen Eltern nicht einverstanden gewesen. Das Thema könnte auch mit Elternvertretern nochmals besprochen werden. Andert bittet, eine Lösung zu finden, damit Abc-Schützen und Eltern der Grundschule Iden sich nicht herabgesetzt fühlen.

Die beiden Grundschulen sind zwei eigenständige Bildungseinrichtungen, betont der Schulleiter nochmal. 15 neue Schüler wurden im August in der ersten Klasse der Grundschule Iden begrüßt. Insgesamt werden dort 64 Mädchen und Jungen von vier Stammlehrkräften unterrichtet, teilt Marquardt vor dem Ausschuss mit. 23 Kinder besuchen derzeit die erste Klasse an der Grundschule Goldbeck. Fünf Stammlehrkräfte seien dort für die Unterrichtsabdeckung von insgesamt 86 Mädchen und Jungen zuständig. Den Goldbeckern steht im nächsten Jahr ein Umzug bevor, wenn das neue Schulgebäude fertig wird.

VON LAURA KÜHN

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