Gemeinde Eichstedt will neue Kindertagesstätte bauen / Finanzierung klären

„Wollen ja nicht die Letzten sein“

  • Antje Mahrhold
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Eichstedt – Was in Hohenberg-Krusemark bald vollendet ist und in Hassel bereits in ersten Bauentwürfen reift, will auch die Gemeinde Eichstedt Realität werden lassen.

Deshalb könnten die Tage der um 1936 als Hitlerjugendheim errichteten Kindertagesstätte „Villa Kunterbunt“ demnächst gezählt sein. Der Uchteort will für seinen Nachwuchs ein modernes Betreuungsdomizil mit einem Neubau schaffen.

Das architektonisch dem damaligen Heimatstil verpflichtend gestaltete Gebäude mit Sitz an der Baumgartener Straße entspricht auch nach Ansicht von Eichstedts Ortsbürgermeister nicht mehr heutigen Erfordernissen. Es befinde sich zwar in einem guten baulichen Zustand, sei aber nicht barrierefrei und vor allem „nicht mehr zweckmäßig“, wie Karlheinz Schwerin der AZ erläutert. Er selbst habe ab 1952 in dem Haus den Kindergarten besucht. Damals sei im Obergeschoss noch Schulunterricht abgehalten worden, blickt der 72-Jährige zurück. Das gemeindeeigene Objekt könne seiner Ansicht nach für einen mittleren sechsstelligen Betrag bestens veräußert werden, da es sich als geräumiges Wohnhaus für größere Familien eigne.

Den entsprechenden Vorschlag für den Neubau inklusive Seniorentagespflege habe Ratsmitglied Fritz Holtz (WG Eichstedt) in einer jüngsten Sitzung gemacht, erklärt Schwerin der AZ. Er sei von dem Gremium beauftragt worden, mit der Verwaltung Arneburg-Goldbecks notwendige Details zu klären. „Wir wollen ja nicht die Letzten sein“, verweist der Gemeindechef auf moderne Betreuungsstätten der Nachbarn.

Bevor der erste Spatenstich gesetzt werde, seien aber die finanziellen Zuständigkeiten zu klären. „Wir haben eine Büchse aufgemacht, von der wir nicht wissen, wer für das Bezahlen zuständig ist“, richtet Schwerin als einstiges Verbandsgemeinderatsmitglied und früherer Beauftragter Arneburg-Goldbecks den Blick in die jüngere Vergangenheit des Gebiets. Als Beispiel erinnert er an die Debatte um den Neubau der Grundschule Goldbeck. Deshalb sei für das Bauen auch von Kindertagesstätten „eigentlich die Verbandsgemeinde zuständig“, gibt das Ortsoberhaupt zu bedenken.

Wie die Finanzierung noch unklar ist auch der Bauplatz für das neue Nachwuchsdomizil. Er könnte ganz in der Nähe des aktuellen Standorts am Gewerbegebiet auf der gegenüberliegenden Straße oder auch an der Gänseweide im Dorfzentrum entstehen.

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