Treuhandstiftung hilft erneut

Geld für das Dach von St. Johannis: 80.000 Euro fließen in Werbens Sakralbau

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Die Johanniskirche im Elbestädtchen Werben kann weiter saniert und für die Zukunft gerüstet werden.

Werben – Nun ist es offiziell und die Freude im Elbestädtchen Werben dürfte groß sein. Die treuhänderische „Gisela und Ernst Alers-Stiftung“ in der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) stellt weitere Mittel für die Restaurierung der Johanniskirche zur Verfügung.

80.000 Euro sollen in die Sanierung des Daches fließen. Den symbolischen Fördervertrag überbringt Mitte der Woche Dr. Volker Stephan, Ortskurator der DSD in Stendal, an Werbens Pfarrerin Almut Riemann.

Die Instandsetzung des Kirchenschiffdachs begann bereits vor zwei Jahren. Da die Gemeinde mit dem Erhalt des gewaltigen Kirchenbaus und dessen reicher Ausstattung überfordert sei, gehöre die Johanniskirche seit 1997 zu den über 580 Projekten, die die private DSD dank Spenden, Erträgen von Treuhandstiftungen und Mitteln der Glücksspirale, der Rentenlotterie von Lotto, allein in Sachsen-Anhalt habe fördern können, heißt es aus der Pressestelle in Bonn.

Markgraf Albrecht der Bär (1100-1170) schenkte die Festung Werben nach einer Pilgerfahrt ins Heilige Land dem in Jerusalem ansässigen Johanniterorden. Sie war die erste Johanniter-Komturei nördlich der Alpen. Werben erhielt 1225 Stadtrecht, wurde Mitte des 13. Jahrhunderts Reichsstadt und gehörte ab 1358 zur Hanse, weiß eine DSD-Sprecherin und mehr. Der Johanniterorden wurde 1810 aufgelöst, die große Blüte war damit allmählich vorbei. Heute zählt Werben an die 900 Einwohner.

1160 baute der Orden eine erste Kirche in den fruchtbaren Niederungen der altmärkischen Wische. Den Bau der mächtigen Johanniskirche allerdings machte erst der rege Ablasshandel des 15. Jahrhunderts möglich. In zwei Bauabschnitten zwischen 1414 und 1466 entstand eine prächtige spätgotische Hallenbasilika im Elbeort. Die mittelalterlichen Glasmalereien stammen laut DSD-Sprecherin zum Teil noch aus dem Vorgängerbau, ebenso wurde der imposante querrechteckige Westturm vom romanischen Ursprungsbau übernommen und erhöht.

Der dreischiffige Backsteinbau erhielt eine reiche Ausstattung. Der geschnitzte Hauptaltar aus der Zeit des sogenannten Weichen Stils gilt als eines der Schlüsselwerke der märkischen Skulptur und Malerei. Neben der Messingtaufe des Hamburger Glockengießers Hermen Bonstede sowie der Sandsteinkanzel des Magdeburger Bildhauers Michael Spieß und weiteren bedeutenden Ausstattungsstücken sei die Barock-Orgel von Joachim Wagner von 1747 auf der gleichzeitig erbauten Empore besonders erwähnenswert, heißt es in einem Schreiben weiter.

VON MARCO HERTZFELD 

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