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Schulgebäude als Zwischenstation

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Von: Tobias Henke

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Die Werbener Grundschule steht seit vielen Jahren leer
Die leer stehenden Grundschule wird zu einem temporären Quartier für Flüchtlinge. Letzte organisatorische Details könnte ein für heute angesetzter Termin vor Ort klären. © Mahrhold, Antje

Arneburg-Goldbeck – Die Strategie des Landkreises Stendal, ukrainische Kriegsflüchtlinge überwiegend in Stendal, Osterburg, Seehausen und Tangerhütte unterzubringen, soll zwar grundsätzlich beibehalten werden, doch sind auch andere gefordert, sich an der Aufnahme zu beteiligen. Einen Vorort-Termin gibt es am heutigen Dienstag in Werben. Mitarbeiter des Landkreises werden sich in den Räumlichkeiten der seit Sommer 2014 geschlossenen Grundschule umschauen, um sich ein Bild davon zu machen, wie viele Flüchtlinge dort aufgenommen werden können.

„Der Landkreis will auch in Zukunft daran festhalten, die Menschen möglichst zentral und in größeren Städten unterzubringen. Aber es kann durchaus sein, dass mal 150 oder 200 Menschen auf einmal im Landkreis ankommen“, sagt Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau (parteilos). Dann brauche es vorübergehend andere Möglichkeiten. In der Verbandsgemeinde seien dies vor allem die Gemeinden Iden und Werben. „Dort stehen einige Wohnungen frei, die geeignet sind“.

Wie bei allen Flüchtlingen ist es das mittelfristige Ziel, die Neuankömmlinge nach Möglichkeit in Wohnungen unterzubringen. Doch dies brauche Zeit. Aus diesem Grund wird am heutigen Dienstag die Grundschule Werben inspiziert. Dabei geht es nicht nur um die Frage, für wie viele Menschen dort Platz wäre, es muss ja auch die Versorgung sichergestellt werden“, sagt Schernikau mit Blick auf die Frage, wo die Flüchtlinge warme Mahlzeiten einnehmen können. Für die Versorgung wurde bereits eine Lösung gefunden. Die Gaststätte „Deutsches Haus“ kümmere sich um die Mahlzeiten für die Flüchtlinge.

Laut Werbens Bürgermeister Bernd Schulze (parteilos) gibt es in Werben derzeit neun Wohnungen, die von Flüchtlingen bezogen werden könnten. Zwei davon seien schon bezugsfertig. „Die Wohnungen werden wir uns morgen gemeinsam mit dem Landkreis auch angucken“, sagt Schulze am Montag der AZ. In der leer stehenden Schule erfolge zunächst eine zentrale Unterbringung der Flüchtlinge, bevor sie auch die Wohnungen verteilt würden. „Das ist der Plan“, so Werbens Bürgermeister zu der angedachten Vorgehensweise. In der Schule können auch die sanitären Anlagen genutzt werden, mit einer Ausnahme: „Geduscht werden kann in der nahe gelegenen Turnhalle“, informiert Schulze über die Gegebenheiten vor Ort.

Genau festlegen, wie viele Menschen aus der Ukraine in Werben untergebracht werden, wollte Schulze sich nicht, schließlich sei er als Bürgermeister hier an den Landkreis gebunden und entscheide nicht darüber. „Laut Herrn Schernikau kann es sein, dass es ein Bus sein wird, der die Menschen hier hinbringt. Das könnten dann also etwa 30 oder 40 Personen sein“, schätzt der Bürgermeister.

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