Finnische Mega-Kochtöpfe chauffiert

Zellstoffwerk Arneburg investiert in Projekt „Stendal 740“ zweistelligen Millionenbetrag

Aus Finnland über Hamburg mit dem Schiff auf der Elbe nach Arneburg: Zwei neue Kocher sind für das Zellstoffwerk eingetroffen. Die 21 Meter hohen Brocken wiegen pro Stück jeweils 70 Tonnen.
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Aus Finnland über Hamburg mit dem Schiff auf der Elbe nach Arneburg: Zwei neue Kocher sind für das Zellstoffwerk eingetroffen. Die 21 Meter hohen Brocken wiegen pro Stück jeweils 70 Tonnen.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Mit dem Schiff aus Hamburg über die Elbe sind zwei Riesenkocher im Zellstoffwerk gelandet. Wegen der Größe der Metallbrocken war ein Transport über die Straße oder mit der Bahn nicht möglich.

Arneburg – Zum Heranschaffen der XXL-Kochtöpfe aus dem hohen Norden mussten ein Schwerlasttransporter und ein 500-Tonnen-Spezialkran das Hieven vom Industriehafen zum Werksgelände erledigen. Die jeweils 21 Meter hohen Megateile wiegen pro Stück 70 Tonnen. Gefertigt wurden die Anlagenteile in einer Produktionshalle in Finnland.

Künftig 65 000 Tonnen mehr pro Jahr

Mit der neuen Technik will die Großfabrik ihr seit Anfang vorigen Jahres laufendes Erweiterungsprojekt „Stendal 740“ umsetzen. Bis 2022 soll in den ostaltmärkischen Standort ein zweistelliger Millionenbetrag investiert werden, hatte die Chefetage bei einem Besuch des Stendaler Landrats im Juni angekündigt (AZ berichtete).

Die neuen Kocher sollen dazu dienen, die Produktion vor den Toren der Elbestadt Arneburg zu optimieren und vor allem zu erweitern. Geplant ist, anstatt wie bisher 675 000 Tonnen dann maximal 740 000 Tonnen pro Jahr vom Band laufen zu lassen. Die Anfangsziffern des Produktionsziels geben dem Erweiterungsprojekt auch den Namen „Stendal 740“.

Anschlüsse und Leitungen montieren

Gebleichter Langfasersulfatzellstoff (NBSK: Northern Bleached Softwood Kraft) made in Arneburg wird für die Produktion von Druck-, Kopier- und Toilettenpapier sowie für Küchenrollen und Filtertüten gebraucht. Selbst in einigen Tapeten ist der Altmark-Zellstoff zu finden. Das Werk verarbeitet bislang mehr als drei Millionen Festmeter Nadelholz jährlich.

Die weitere Umsetzung des Erweiterungsprojekts soll nach Unternehmensangaben auch schrittweise bei anstehenden turnusmäßigen Generalreparaturen erfolgen. Ein Projektteam hat nach dem Eintreffen der Riesenteile einige folgende Wochen alle Hände voll damit, um diverse Anschlüsse und Leitungen zu montieren, damit die neuen Kocher in Betrieb genommen werden können.

Zum Grund für die millionenschwere Investition hat die Unternehmensspitze jüngst dem Branchenblatt „Papier und Zellstoff“ erklärt, dass ein steigender Wettbewerbsdruck nach der „kontinuierlichen Verbesserung der Produktionsergebnisse“ verlangen würde.

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