„Jeder Hinweis kann wichtig sein“

Fangprämie für Feuerteufel: Stadt Arneburg setzt 5000 Euro Belohnung für Hinweise aus

Immer wieder nachts müssen die Freiwilligen ausrücken.
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Immer wieder nachts müssen die Freiwilligen ausrücken.

Arneburg – Wegen der seit fast einem halben Jahr in Arneburg grassierenden Feuer-Serie wieder die Sicherheit für Bürger, Besucher und Betriebe in „gewohnte Bahnen“ bringen, will die Stadt mit einer „Fangprämie“.

Ausgelobt wird eine Belohnung von 5000 Euro durch einen Stadtratsbeschluss, der heute Abend in der Stadthalle im Vorfeld der regulären Sitzung im Zuge eines Schnellverfahrens in Kraft tritt.

Mit dem Vorgehen will das Gremium um Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) mögliche Zeugen „stärker“ dazu „ermutigen“, sogenannte sachdienliche Hinweise preiszugeben. Damit könnten der oder die Täter „schneller überführt werden“, haben sich die Verantwortlichen zum Ziel gesetzt.

Denn vermutlich resultiere die Feuerfolge, die am 24. Dezember begann und zuletzt am vorigen Montag beim Großfeuer am Mühlenberg in einer Scheune mit Dach-Solaranlage einen Schaden von rund 200.000 Euro angerichtet hat, allesamt aus Brandstiftungen, mutmaßen Arneburgs Stadtväter – ausdrücklich ohne sich damit in die Ermittlungen der Polizei einmischen zu wollen.

Mit den 5000 Euro belohnt werden sollen Hinweisgeber, deren Angaben zur Ermittlung des Täters oder an der Tat beteiligter Personen führen, kündigt der Stadtrat in seinem Beschluss „Auslobung einer Prämie“ an. „Jeder Hinweis kann wichtig sein“, heißt es dazu auf dem Entwurf eines Plakats, das den Status einer amtlichen Mitteilung haben werde.

Auf diesem Schreiben ist auch vermerkt, an wen sich Hinweisgeber wenden sollen – nämlich an das Polizeirevier in Stendal, Tel. (03931) 6850. Auch die Regionalbereichsbeamten der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck können mit Hinweisen versorgt werden. Sie sind der Mitteilung zufolge unter Tel. (0151) 7430 7099 oder (0151) 7430 7100 und per E-Mail unter rbb-arneburg-goldbeck@polizei.sachsen-anhalt.de erreichbar. Von Interesse seien Beobachtungen zu den jeweiligen Tatzeiten.

Auch wer von Beobachtungen gehört habe, die mit einem Brand oder mehreren der Feuer in Verbindung stehen, soll diese mitteilen. Die Fangprämie werde unter Ausschluss des Rechtswegs vergeben. Bei mehreren Hinweisen werde nach Zeitpunkt und Wertigkeit entschieden. An den Taten Beteiligte seien von der Prämie ausgeschlossen, wie auch Amtsträger, deren Berufspflicht es sei, Strafbares zu verfolgen. Berücksichtigt werden Hinweise, die ab heute und bis 31. August, eingehen.

Erst vor wenigen Tagen hatte CDU-Landtagsmitglied Chris Schulenburg wegen der Brandserie die Bildung einer Sonderkommission (Soko) bei der Polizei gefordert (AZ berichtete). Auch ein Anwohner aus Arneburg setzte eine Belohnung aus.

VON ANTJE MAHRHOLD

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