Nach Edith Braun macht auch René Schernikau bei „Pro Altmark“ mit

Ex-Pirat heuert bei CDU-Rebellen an

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„Nehmen Sie Ihr Wahlrecht wahr“, wirbt René Schernikau (l.) für die Demokratie. Seinen Beitritt zur „Wählergemeinschaft pro Altmark“ hört SPD-Ortsvereinsvorsitzender Jochen Hufschmidt mit an.

Behrendorf/Landkreis – Polit-Paukenschlag beim Neujahrsempfang der Verbandsgemeinde: Etwa 30 Minuten nach Beginn des Stelldicheins im Dorfgemeinschaftshaus des Werbener Ortsteils Behrendorf verkündet Gastgeber René Schernikau (parteilos) brisanten Zuwachs.

Um „weiterhin parteiübergreifend Sachpolitik für die Menschen unserer Region gestalten zu können“, werde sich der oberste Chef Arneburg-Goldbecks bei seiner Kandidatur um einen Sitz im neuen Stendaler Kreistag (AZ berichtete) der „Wählergemeinschaft pro Altmark“ anschließen, erklärt der 46-Jährige vor rund 100 Gästen – mit Sekt in der Hand.

Besagtes neues Bündnis ist, wie berichtet, von den CDU-Rebellen Nico Schulz und Rüdiger Kloth gegründet worden, die beide Amtskollegen von Schernikau in Osterburg und Seehausen sind. Zuletzt hatte sich die ehemalige SPD-Kreistagspolitikerin Edith Braun der Initiative angeschlossen. Dem Beitritt der Lüderitzerin folgt nun das öffentliche Bekenntnis des Möllendorfers, der seine Ansage vor Augen und Ohren führender CDU-Politiker im Beisein von Kreis-Chef Chris Schulenburg und Landrat Carsten Wulfänger verkündet hat. Die beiden CDU-Bürgermeister gründeten ihre parteiunabhängige Initiative im November, weil sie den Stendaler CDU-Wahlskandal von 2014 weiterhin für unaufgearbeitet befinden.

„Bereits vor ihrer öffentlichen Ankündigung wurde ich von beiden Bürgermeistern über ihr Vorhaben informiert“, erklärt Schernikau auf AZ-Anfrage am Vormittag nach seinem offiziellen Bündnisbeitritt. Dem früheren Mitarbeiter der Investitionsbank Magdeburg sei für seine künftige Arbeit im Kreistag eine „sachbezogene, parteiübergreifende Politik“ wichtig. „Diese Option gab es bis zur Liste ,Pro Altmark‘ nicht“, wisse Schernikau wie nötig es sei, als Bürgermeister im Kreistag vertreten zu sein. „Wir müssen die Möglichkeit haben, die Interessen unserer Kommunen zu vertreten, da die Beschlüsse oft weitreichende Folgen für die Mitgliedsgemeinden haben.“

Der Möllendorfer ist seit Januar 2017 im Amt, nachdem er die Verbandsgemeindebürgermeister-Wahl gegen das CDU-Urgestein Eike Trumpf klar gewann. Nach den Gesprächen mit Schulz und Kloth habe sich der Möllendorfer, der im November 2012 die Landratswahl gegen Carsten Wulfänger für seine damalige Partei „Die Piraten“ verlor, für die „überparteiliche Wählerliste“ entschieden, erklärt er weiterhin.

In das oberste Verwaltungsamt der Verbandsgemeinde in Goldbeck zog der Ostaltmärker im Oktober 2016 ein, nachdem ihn SPD, Linkspartei und Bündnisgrüne ihre Unterstützung gegeben hatten. „Ich konnte drei Parteien für die Ziele meiner Kandidatur gewinnen“, sagte Schernikau damals der AZ.

VON ANTJE MAHRHOLD

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