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Ukraine-Krieg: Hansestadt Werben wartet auf ein Signal

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Von: Tobias Henke

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Die Turnhalle der Grundschule steht derzeit leer
Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Sporthalle Werben steht leer. Noch sind in dem einstigen Lokschuppe keine Flüchtlinge untergebracht. © Henke, Tobias

Werben – Anfang der Woche hat sich ein Vertreter des Landkreises in Werben ein Bild von den Gegebenheiten in der leer stehenden Grundschule gemacht. Das Backsteingebäude könnte als Unterkunft für Flüchtlinge infrage kommen (AZ berichtete). Ob jedoch tatsächlich Menschen, die wegen des Krieges aus der Ukraine nach Deutschland kommen, in der kleinen Hansestadt untergebracht werden, ist unklar.

Bürgermeister Bernd Schulze (parteilos) bedauert, dass es bislang noch kein Zeichen durch den Landkreis gab. „Wenn wir wüssten, dass in zwei oder drei Wochen Leute zu uns kommen, dann könnten wir planen und uns darauf einstellen, doch bislang haben wir vom Landkreis noch kein Signal erhalten“, bedauert Schulze.

Dennoch lässt er keinen Zweifel daran, dass sich die Hansestadt Werben, auf die mögliche Ankunft von Kriegsflüchtlingen aus der Ukraine vorbereitet. Mehrere Vereine hätten bereits Unterstützung signalisiert. Sie wollen sich bei der Betreuung der Flüchtlinge einbringen. Über das Thema hatte Schulze unter anderem bei der Jahreshauptversammlung des Arbeitskreises Werbener Altstadt (AWA) mit einigen Mitgliedern gesprochen. Auch der Verein „Miteinander – Füreinander“ möchte sich einbringen. Wie genau das Ganze organisiert wird, steht allerdings noch nicht fest. Bürgermeister Schulze betont, dass aus seiner Sicht Familien in Werben gut aufgehoben wären, schließlich gebe es mit mehreren Spielplätzen und auch dem Freibad genügend Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Und auch die Werbener Kindertagesstätte „Storchennest“ habe freie Kapazitäten (AZ berichtete).

Grundsätzlich steht es den aus dem Kriegsgebiet Flüchtenden frei, wo in der Altmark sie sich niederlassen möchten. „Sie werden registriert und können sich dann eigenständig eine Wohnung suchen“, sagt Arneburg-Goldbecks Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau (parteilos). Der Landkreis strebe nach wie vor an, die Flüchtlinge möglichst zentral unterzubringen, vorwiegend in Stendal, Osterburg und Tangerhütte (AZ berichtete). Werbens Stadtoberhaupt wünscht sich, dass Flüchtlinge, die nach Werben kommen, dort nach Möglichkeit länger bleiben.

Wie der Landkreis Stendal am Freitag meldet, seien seit einer Woche keine neuen Flüchtlinge zugewiesen worden. „Grund dafür ist die Verteilung auf die einzelnen Bundesländer. Sachsen-Anhalt hatte bisher mehr Flüchtlinge aufgenommen als andere Länder“, heißt es in einer Pressemitteilung.

Somit scheint derzeit nicht klar zu sein, ob auch außerhalb der angesprochenen Städte, in denen Flüchtlinge in der Altmark überwiegend aufgenommen werden, überhaupt ein Bedarf besteht, Unterkünfte bereitzustellen. Der Verlauf der Flüchtlingsströme bleibt daher weiter abzuwarten.

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