„Natura 2000“: Verbandsgemeinde kritisiert in Landesverordnung „Konflikte mit Vorhaben“

„Entwicklung nicht einschränken“

Im Umfeld des Sportboothafens des staatlich anerkannten Erholungsortes Arneburg plant die Stadt einen hochwasserverträglichen Caravan-Stellplatz. Auch im Hafen Werben soll der Tourismus nicht durch die neue Landesverordnung gefährdet werden.

Arneburg-Goldbeck/Landkreis. Vier von acht Mitgliedsgebieten der Verbandsgemeinde haben ihre „Bedenken“ gegen die Landesverordnung zur Ausweisung der Schutzzone „Natura 2000“ zu Papier gebracht.

Von Nord nach Süd befürchten Werben, Iden, Hohenberg-Krusemark und Arneburg „Konflikte mit kommunalen Vorhaben oder Maßnahmen“. Wegen der Vielzahl von Kritik aus der Ostaltmark hat der Landkreis jetzt vier Wochen mehr Zeit. Anfang Januar muss die Gesamtstellungnahme beim Landesverwaltungsamt eingetroffen sein.

Die Kritik vom Westufer der Elbe im Einzelnen:

Hansestadt Werben

• Entwicklung des Hafens darf nicht erschwert oder verhindert werden; ganzjährige Nutzung für Fahrgastschiffe, Freizeit- und Sportboote erhalten, Nutzung durch Paddel-, Segel- und Motorboote; Kanu-Verein, Hanse-Motorsportboote-Verein und Hafenfreunde Werben sind neben kommerziellen Reedereien Hauptnutzer; Erweiterung des Hafens und Unterhaltung durch Ausbaggern muss ohne bürokratische Hürden realisierbar bleiben; Badestelle zum Baden, Verweilen und Picknicken sowie für Elbe-Taufen und Hochzeitszeremonien erhalten, Ostereier-Trudeln am Deich weiter erlauben; Grünland am Fähranleger als Autostellplatz beim Havelberger Pferdemarkt nutzbar.

Gemeinde Iden

• im Bereich des Anlegers der Fähre Sandau ist eine Einsetzstelle für Boote als dringendes touristisches Infrastrukturelement geplant.

Gemeinde Hohenberg-Krusemark

• der Hafen im Bereich Altenzaun wird zwar nicht mehr aktiv genutzt, er sollte aber in der Region für den Bedarfsfall weiterhin nutzbar bleiben.

Stadt Arneburg

• der Hafen des Industrie- und Gewerbegebietes Altmark (IGPA) darf in seiner Nutzung und Entwicklung nicht eingeschränkt werden;

• Betriebe auf dem IGPA-Gelände nutzen Elbewasser, diese Nutzung und das Einleiten geklärter Abwässer und von Regenwasser muss genehmigungsfähig bleiben;

• am Sportboothafen mit Servicegebäude, Gaststätte, Fahrgastschiff-Anleger und Badestelle sollen Wasserwanderer weiterhin zelten dürfen;

• die Stadt plant einen hochwasserverträglichen Caravan-Stellplatz, der Hafen soll für Feste, Elbläufe und Konzerte nutzbar bleiben;

• die Entwicklung der Fähre Arneburg muss ohne Auflagen gestattet sein; da die Fährstraße östlich der Elbe teils in der Schutzzone liegt, sind Konflikte zu befürchten; die Wassertraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) nutzt die Straße zum Bewirtschaften; die Elbe ist Vorflut der Entwässerung, eine WSV-Betriebsstätte ist in Arneburg angesiedelt. (Quelle: Verbandsgemeinde)

Von Antje Mahrhold

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare zu diesem Artikel