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Zahlenspiele zu Solarenergie

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Von: Tobias Henke

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Der Bauausschuss der Verbandsgemeinde hat ein Konzept zu Solarenergie verabschiedet
Über das gesamträumliche Solarkonzept der Verbandsgemeinde diskutierten die Mitglieder des Bauausschusses mit den beteiligten Planerinnen, die das Konzept im Auftrag erstellt haben. © Henke, Tobias

Nachdem der Verbandsgemeinderat Arneburg-Goldbeck beschlossen hat, ein gesamträumliches Solarkonzept erstellen zu lassen, stellten die verantwortlichen Planerinnen dieses am Donnerstagabend im Bauausschuss vor. Dabei wurde deutlich, dass sich das Konzept der Verbandsgemeinde im Detail von dem des Landkreises unterscheidet. Konkret geht es dabei um sogenannte Vorbehaltgebiete.

Während es bei Vorranggebieten kategorisch ausgeschlossen ist, dass dort Solarflächen entstehen, weil beispielsweise der Naturschutz, oder die Landwirtschaft zu 100 Prozent Vorrang haben, ist dieser Ausschluss bei Vorbehaltsgebieten in dem gesamträumlichen Konzept der Verbandsgemeinde nicht vorgesehen. Im Gegensatz zum Landkreis und dessen „Leitfaden Freiflächensolaranlagen“ der auch bei Vorbehaltsgebieten keine Anlagen zulassen will. „Laut der Regionalplanung ist es vorgesehen, dass in Vorbehaltsgebieten Solaranlagen möglich sind“, erläuterte Anja Bruckbauer vom betreuenden Planungsbüro die Beweggründe, warum die Verbandsgemeinde auch in Vorbehaltsgebieten Solaranlagen zulassen wird. Möglich ist dies nur dann, wenn es entsprechende Vorkehrungen gibt, so müsse es etwa in einem Vorbehaltsgebiet Landwirtschaft Vorkehrungen geben, damit beispielsweise Großtiere die Anlagen passieren können.

Diskussionsbedarf sahen einige Mitglieder des Bauausschusses bei der Frage, wie viel Bebauung mit Solaranlagen überhaupt zugelassen werden soll. In einigen Mitgliedsgemeinden gelten bis zu 60 Prozent der Fläche als geeignet für Solaranlagen, diese werden in dem Konzept als „Potenzialflächen“ bezeichnet. Die Verbandsgemeinde hat in ihrem Konzept allerdings einen Riegel vorgeschoben, dass die Potenzialflächen komplett mit Solarflächen zugebaut werden, da maximal fünf Prozent der Gemarkungsflächen in der Verbandsgemeinde mit Solaranlagen auf Freiflächen bebaut werden dürfen. Dies bedeutet allerdings, dass der Wert von fünf Prozent in einzelnen Mitgliedsgemeinden überschritten werden kann.

Trotz der Verabschiedung des Konzeptes sind es laut Simone Kuhlmann, Bauamtsleiterin der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck, künftig immer die Kommunen, die das letzte Wort beim Bau neuer Anlagen haben werden. „Es ist in jedem Fall ein Bebauungsplan erforderlich“, sagte Kuhlmann. Über diesen entscheiden dann die Gemeinden. Für Investoren in Solarenergie ist das Konzept als Erleichterung gedacht, damit diese wissen, wo überhaupt die Errichtung von Solarflächen möglich ist.

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