Bekämpfung des EPS: Bisherige Maßnahmen waren erfolgreich

Eichenprozessionsspinner: Bester Zeitpunkt zur Bekämpfung

Der Hubschrauber hebt zur Bekämpfung des EPS vom Rochauer Sportplatz ab.
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Zu sechs Befliegungen startet der Hubschrauber vom Rochauer Sportplatz. Im Anschluss geht es zur nächsten Station in Weißewarte.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Der Hubschrauber zur EPS-Bekämpfung hätte eigentlich bereits am Mittwoch und nicht erst Freitag in Rochau starten sollen. Möglich war dies jedoch nicht: Das schlechte Wetter hätte die Arbeit zunichtegemacht.

Rochau – Eigentlich hätte der Hubschrauber zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners bereits am Mittwochmorgen von Rochau aus starten sollen. Bis Freitagmorgen war das Einzige, was über dem Sportplatz an der Kleinen Achterstraße aufstieg jedoch das Storchenehepaar, das es sich dort gemütlich gemacht hat.

Schuld war das Wetter: Damit das Biozid sich auf den Blättern festsetzen kann, die schließlich von den Raupen gefressen werden, muss es trocken sein. Bei dem Regen der vergangenen Tage wäre ein Einsatz zwecklos gewesen, erläutert eine Mitarbeiterin der Koordinierungsstelle EPS des Landkreises Stendal. Probleme bei der Bekämpfung gebe es wegen der Verspätung jedoch nicht. Die Raupen ruhen quasi, wenn es zu kalt und nass ist. Jetzt sei jedoch der günstigste Zeitpunkt. Es gebe mittlerweile genug Blätter, die Raupen seien hungrig und im richtigen Stadium ihrer Entwicklung. „Jetzt ist es top“, sagt die Landkreismitarbeiterin.

Sechsmal startet der Hubschrauber für rund 20-minütige Flüge von Rochau aus, bevor er nach Weißewarte umsetzt. Wenn es das Wetter zulässt, soll von dort aus achtmal geflogen werden. Im Anschluss geht es weiter nach Havelberg und am Sonntag sollen die notwendigen Flüge von Pollitz aus unternommen werden. Auch nach diesem Zeitplan können am Montag noch einige Restflüge unternommen werden – wenn es die Witterung notwendig macht.

Bei den sechs Flügen in der Verbandsgemeinde Arneburg Goldbeck werden jeweils 16 Hektar mit dem Biozid behandelt. 640 Liter des Gemischs werden innerhalb von rund 20 Minuten ausgebracht, erklärt Hubschrauberpilot Steffen Becher.

Rund 11 000 Euro hat die Befliegung 2020 gekostet, für das laufende Jahr werde mit ähnlichen Kosten gerechnet, erklärt Dominique Julian Deutsch, Teamleiter Bürgerdienste bei der Verbandsgemeinde, auf AZ-Anfrage. Im Oktober 2020 stand eine Erfolgskontrolle der Maßnahmen an. Dabei wurde eingeschätzt, dass der Befall des EPS partiell rückläufig beziehungsweise nicht größer geworden sei, stellt Deutsch fest. „Die bisherigen Befliegungen konnten das Aufkommen des Eichenprozessionsspinners reduzieren und haben sich deswegen auch bewährt“, schätzt der Teamleiter die Lage ein. Deshalb erwarte die Verbandsgemeinde mit dem Biozideinsatz eine weitere Reduzierung der Verbreitung und einen weiteren Rückgang der Vorkommen des EPS.

Neben den beiden Rochauer Feuerwehrleuten Ronny Worm und Karsten Meyer, die dafür sorgen, dass es genug Wasser gibt, um das Biozid gebrauchsfertig anzumischen, haben sich auch viele kleine Zuschauer am Rand des Sportplatzes versammelt. Die Jüngsten des Kindergarten Flohkiste schauen jedes Jahr gespannt zu, wenn der Hubschrauber quasi vor der Haustür abhebt. Ganz einig, ob Feuerwehr oder Hubschrauber das Spannendere ist, sind sich die Kinder jedoch nicht: Für beide gab es großen Jubel.

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