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Ein Humorist alter Schule

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Von: Tobias Henke

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Eckhard Erxleben in seinem Garten. Er plauserte dabei aus dem Nähkästchen
Eckhard Erxleben erinnert sich gerne an die Zeit als Leiter des Krusemarker Kinderkabaretts zurück. Zu den Höhepunkten zählten Reisen ins AMO Kulturhaus nach Magdeburg. © Henke, Tobias

70 Jahre alt wurde im vergangenen Jahr das 1951 als Ernst-Thälmann Kulturhaus gegründete AMO-Kulturhaus in Magdeburg. In den 1960er Jahren war auch der heute in Osterburg lebende Eckhard Erxleben regelmäßig im Kulturhaus auf. Doch er selbst war eher eine Randfigur, denn im Zentrum standen die „Krusemarker Pfefferschnuten“, eine unter der Leitung des Deutschlehrers Erxleben gegründetes Kinderkabarett. Erxleben gewährt der AZ einen Blick in die Vergangenheit.

Gute Kontakte bestanden früh zum Magdeburger Kinderkabarett „Kritiküsschen“. Deren Leiter war Erich Hengstmann. „Von ihm habe ich viel gelernt“, sagt Erxleben. Insbesondere wenn es um die kindgerechte, kabarettistische Bearbeitung von Konflikten der damaligen Zeit gehe. Neben größeren Bühnen wie eben jener im „AMO“ in Magdeburg, sind die Pfefferschnuten auch in vielen altmärkischen Dörfern aufgetreten. Von der Zensur seien sie dabei weitgehend in Ruhe gelassen worden. Mit einigen wenigen Ausnahmen: In Magdeburg kam es regelmäßig zu Leistungsvergleichen diverser Kabarettgruppen. Dabei wurde der bekannte Fernsehmoderator Heinz Quermann auf die Pfefferschnuten aufmerksam. Regelmäßig suchte er im Rahmen der TV-Sendung „Herzklopfen kostenlos“ schon damals Talente für alle möglichen Bereiche im Fernsehen. Doch aus dem Fernsehauftritt wurde nichts, „Quermann sagte uns, dass unsere Texte einigen Herrschaften zu frech wären“, erinnert sich Erxleben. „Als Trost schenkte er mir bei einem Treffen im Osterburger Kreiskulturhaus eine Gitarre“. Diese habe Erxleben in den 1970er Jahren an den Leiter der Singergruppe der Erweiterten Oberschule Osterburg weitergereicht. Genauer gesagt an Reiner Schulz, den langjährigen musikalischen Leiter der Osterburger Blasmusikanten.

„Ich erinnere mich, dass auch viele Kulturfunktionäre und SED-Mitglieder im Kreis Osterburg meine Kabarettarbeit unterstützten. Ich bekam damals auch den Kunstpreis meiner Heimatstadt. Die Starrköpfigkeit fing zumeist erst auf höheren Ebenen des Staates und der Partei an.“ Erxleben ist der Auffassung, dass Satire ein hohes Potenzial für gesellschaftliche Veränderung habe. „Satire ist gut für Leute mit Mut.“

Erxleben blickt sehr gerne auf die Auftritte „seines“ Kinderkabaretts zurück, das nach einem Schulwechsel von ihm nicht mehr lange fortbestand. Er sei den Mitarbeitern des Magdeburger Kulturhauses noch heute dankbar, dass er und die Kinder so freundlich aufgenommen wurden. Der Humorist hat unter anderem mehrere Bücher geschrieben. Mehr unter www.eckhard-erxleben.de.

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