Personalmangel: Verbandsgemeinde plant Schließung in Groß Ellingen, Berge und Häsewig

Drei Wehren werden begraben

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Die Hitze birgt große Gefahr beim Ernten: Weil der Feuerwehr aber die Leute ausgehen, plant die Verbandsgemeinde die Stilllegung von drei Kleinststandorten. Sie befinden sich in der Mitte, im Norden und nahe des westlichen Rands von Arneburg-Goldbeck.

Arneburg-Goldbeck. Mitten in der brandheißen Dürrezeit hat die Verbandsgemeinde unpopuläre Feuerwehr-Schließungspläne auf den Tisch gelegt.

Im Ausschuss für Ordnungsangelegenheiten und Brandschutz ist es am Montagabend in Goldbeck Thema gewesen, dass Arneburg-Goldbeck einen Teil seiner aktuell noch insgesamt 29 Feuerwehr-Standorte aufgeben will.

Betroffen von den Plänen sind die drei Mitgliedsgemeinden Hohenberg-Krusemark, Werben und Rochau. Auf Einwohnerversammlungen, die zwischen dem 14. und 28. September geplant sind, will Verbandsgemeinde-Chef René Schernikau (parteilos) über die „eventuellen Schließungen“ informieren. Vom Netz genommen werden sollen die Feuerwehren Groß Ellingen (Hohenberg-Krusemark), Berge (Werben) und Häsewig (Rochau). Bei den Einwohnerversammlungen sollen auch die Bürgermeister Dirk Kautz (Hohenberg-Krusemark), Bernd Schulze (Werben) und Dirk Zeidler (Rochau) zu den Plänen Stellung beziehen.

Grundlage für das geplante Aus der drei Standorte, die sich im Norden, in der Mitte und nahe des westlichen Rands der Arneburg-Goldbecks befinden, ist die im Dezember vom Verbandsgemeinderat einstimmig beschlossene Risikoanalyse. Das 267 Seiten starke Papier ist von Brandschutz-Ingenieur Clemens Köhler verfasst worden. Es diagnostiziert die Herausforderungen, die die ehrenamtlichen Bevölkerungsschutzorganisationen im rund 304 Quadratmeter großen Gebiet zu meistern haben. Laut Köhler ist die Lage besonders beim Personal dramatisch. Für ein Doppelbesetzung der einzelnen Funktionen fehlten allein bei Mannschaftsmitgliedern 59 Einsatzkräfte, für die nach neuesten Kriterien nötige Dreifachbesetzung mangele es sogar an 233 Feuerwehrangehörigen. Noch bedrohlicher sei die Lage bei Atemschutzgeräteträgern. Notwendig seien 120 solcher Spezialkräfte. „Es stehen aber nur 104 Feuerwehrangehörige hierfür zur Verfügung“, hatte der Experte vor einem halben Jahr diagnostiziert. Und was die Tagesbereitschaft der Feuerwehrleute innerhalb der Verbandsgemeinde angehe, sei die Situation inzwischen weiter angespannt, musste Verbandsgemeinde-Wehrleiter Michael Nix aus Werben am Montag berichten.

Von Antje Mahrhold

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