Farbe und die Toten: Elbestadt lässt Sandstein an Roßpforte weiter herrichten

Denkmal in Arneburg bleibt ohne goldene Schrift

Das Denkmal an der Roßpforte unweit des Rathauses hat eine Frischekur erhalten. Abgeschlossen sind die Arbeiten in Arneburg allerdings noch nicht.
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Das Denkmal an der Roßpforte unweit des Rathauses hat eine Frischekur erhalten. Abgeschlossen sind die Arbeiten in Arneburg allerdings noch nicht.
  • Marco Hertzfeld
    vonMarco Hertzfeld
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„Eine Goldschrift ist einfach nicht möglich“, bekräftigt Lothar Riedinger. Das sogenannte Kriegerdenkmal an der Roßpforte in Arneburg könne in der Tat weiter aufgewertet werden, aber die Schrift in dieser Form hervorzuheben, sei schon aus technischen Gründen unmöglich.

Arneburg – Es habe das Gespräch mit Fachleuten gegeben. Im Stadthaushalt für 2021 sind 7000 Euro für den dritten und vermutlich letzten Bauabschnitt vorgesehen.

Im Bereich der Namen soll nun einiges wahrscheinlich dunkelgrau hervorgehoben werden. „Man soll die Schrift jedenfalls auch von weiter weg besser erkennen können“, erläutert der CDU-Mann gegenüber der AZ. Ferner soll sich den Fugen und der Fläche unterhalb gewidmet werden. „Alles in allem ist noch einiges zu tun“, glaubt Riedinger. An die 6000 Euro habe die Stadt bereits in dieses Beispiel der Erinnerungskultur investiert.

So richtig glücklich und zufrieden hatte sich Sigfrid Hornuff Mitte September mit den bisherigen Arbeiten nicht gezeigt. Der Heimatfreund hatte darauf gesetzt, dass die Buchstaben hervorgehoben würden und das am besten golden. Schon von weiter weg soll zu sehen sein, dass dort etwas zu lesen ist. „Sonst muss ich mich ja da hinstellen, möglichst mit einer Lupe, um zu erkennen, was das dort ist“, schimpfte er im Arneburger Stadtrat.

Der Denkmalschutz handelte für ihn zu kurzsichtig und sollte unbedingt nachbessern. Der studierte Landwirt hatte sich jahrelang für eine Sanierung des Denkmals starkgemacht und Spenden gesammelt. Einiges war bis September passiert, die Inschriftenplatten gereinigt, die Gravur beendet. Doch Hornuff forderte einfach mehr. Die Gravur müsse mit Farbe hervorgehoben werden.

Bei der schnellen Verwitterung von Sandstein müsse sonst in ein paar Jahren wieder angefangen werden, zeigte sich der Rentner überzeugt. Wer es nicht weiß: Das Denkmal erinnert vor allem an Arneburger, die im Ersten Weltkrieg getötet wurden oder an den Folgen starben. Es soll Postkarten geben, die das ursprüngliche Aussehen des Ensembles dokumentieren. Einmal seien Teile sogar mit Gold belegt worden.

Ein weiteres Denkmal, eingeweiht im Oktober 1921, steht im Wohnplatz Bürs. Die Sache dort sei einfacher, es handle sich um Granit. Reinigung und weitere Arbeiten waren dort im Gespräch. Das dritte Denkmal, offenbar nicht Teil der offiziellen Pflegeliste, befindet sich am Sportplatz und sehe momentan vergleichsweise gut aus.

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