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Buxarium: Früheres Pfauenhaus in Iden mausert sich

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Von: Marco Hertzfeld

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Die Front des einstigen Pfauenhauses im Idener Buxarium ist erneuert worden.
Die Front des einstigen Pfauenhauses im Idener Buxarium ist erneuert worden. Manuela Feindt verweist gern auf ein Objekt, das künftig vor allem ein wetterfester Aufenthaltsraum für Vereinsmitglieder und Gäste sein soll. © Marco Hertzfeld

Das einstige Pfauenhaus im Buxarium in Iden mausert sich. Das kleine Objekt wird zu einem wetterfesten Aufenthaltsraum für Vereinsmitglieder und Besucher.

Iden – Das ehemalige Pfauenhaus im Buxarium in Iden mausert sich zu einem wetterfesten Aufenthaltsraum für Vereinsmitglieder und Besucher. Eine Förderung über den Mikrokulturfonds Sachsen-Anhalt hat die Umbauarbeiten kürzlich möglich gemacht. Es waren Mitglieder der Deutschen Buchsbaumgesellschaft (DBG) höchstselbst, die sich an vier Tagen dem knapp 22 Quadratmeter großen Objekt im Gutspark der Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau widmeten. „Das Ergebnis kann sich sehen lassen“, resümiert Manuela Feindt für alle Beteiligten in dieser Woche im Gespräch mit der AZ.

Mikrokulturfonds finanziert Arbeit

Wer das einstige Pfauenhaus nicht kennt, kann auch schon einmal an ihm vorbeilaufen. Es steht auf einem Fundament aus Beton und besteht ganz offensichtlich ansonsten überwiegend und recht unspektakulär aus Holz. In die Flächen der Freunde der immergrünen Pflanze Buchs fügt es sich harmonisch ein. Bislang sind in dem Pfauenhäuschen vornehmlich die Gartengeräte der DBG-Mitglieder abgestellt. Warum es so heißt, wie es heißt, dazu muss Vereinsmitglied Feindt kurz überlegen. „Hier haben irgendwann vor längerer Zeit einmal Pfauenvögel gelebt, der Name hat sicherlich damit zu tun.“

Neue Mitstreiter gern gesehen

Dank des Fördergeldes in Höhe von 1000 Euro konnte der Verein mit Sitz im altmärkischen Iden das Baumaterial kaufen. Die Umbauarbeiten hatte DBG-Präsidentin Gisela Rose-Sell Tage zuvor für die AZ schon einmal zusammengefasst: „Rückbau der Vorderfront, Erstellen des Ständerwerks aus Kanthölzern für die Aufnahme von Fenstern und Fassade, Einsetzen der vorhandenen drei Fenster, Schließen der Fassade mit Nut- und Federbrettern, Streichen.“ Nicht zuletzt packten Thomas Radde und Marko Melchien kräftig an und erledigten Arbeiten. Vereinsfreundin Feindt ist sichtlich stolz auf das Objekt mit neuer Funktion.

Brunnenprojekt noch auf Zettel

Im Buxarium in Iden zeigt sich die immergrüne Pflanze in vielen Spielarten. Der Anlaufpunkt für Fachleute und Laien, im Prinzip ziemlich unkompliziert das gesamte Jahr über zugänglich, soll weiter an Klasse gewinnen und für die Zukunft gerüstet werden. Die Buchsbaumfreunde wollen einen Brunnen bohren lassen. Ein möglichst engmaschiges Netz an Wasserzapfstellen auf dem zweieinhalb Hektar großen Gelände steht bereits seit Längerem ganz oben auf der Wunschliste des Vereins. Wie weit das Vorhaben inzwischen gediehen ist, muss an dieser Stelle noch offenbleiben, eine Anfrage dazu läuft.

Die Deutsche Buchsbaumgesellschaft arbeitet, wie der Name schon vermuten lässt, bundesweit. Von den derzeit vielleicht 25 Mitgliedern lebt ein gutes halbes Dutzend in der Altmark. Präsidentin Rose-Sell hat ihr Zuhause in Niedersachsen. Neue Mitstreiter seien jederzeit willkommen, wirbt der Verein regelmäßig. Vorstandsmitglied Hiltrud Henning aus Volgfelde schiebt den Buchsbaum immer wieder einmal über die AZ ins Rampenlicht, berichtet über die Geschichte der Pflanze, den Zünsler, einen Schmetterling mit gefräßiger Raupe, einen kleinen Pilz und andere Herausforderungen. Die Schäden an Pflanzen gerade in der Region seien 2022 überschaubar, heißt es.

Gegen den Buchsbaumzünsler scheint so richtig noch kein Kraut gewachsen. Der Einwanderer aus Asien sorgt unter Buchsbaumfans noch für Sorgenfalten. Ein Grund, die immergrüne Pflanze aufzugeben, sei das natürlich nicht. Erst bei einer größeren Veranstaltung im Sommer hatte das die DBG-Chefin wieder einmal betont. Die Forschung sei auf einem guten Wege, neue Buchssorten seien womöglich robuster, auch hinsichtlich des Pilzes. Und ja, im Abwehrkampf gegen den Zünsler setzen Buchsbaumfreunde auch verstärkt auf Vögel. Am Dach des Ex-Pfauenhauses sind nun Nistkästen angebracht.

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