Bücherzelle im Arneburger Ortsteil bringt Literatur in den ländlichen Raum

„Viele fleißige Leser in Beelitz“

Die neue Bücherzelle im Arneburger Ortsteil Beelitz hat Kathrin Wagner als Erste nutzen dürfen.
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Kathrin Wagner blättert als erste offizielle Nutzerin im Lebensroman „Die Noris-Banditen“, der von der NS-Zeit handelt.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Beelitz – Vom Frauenkult-Werk „Hannas Töchter“ über den Liebesexplosionsroman „Pfaueninsel“ bis zum Wirtschaftskrimi „Nippon-Connection“ und dem Western-Klassiker „Der mit dem Wolf tanzt“ hält die neue Lesestation im Arneburger Ortsteil derzeit rund 100 Exemplare für interessierte Buchfans bereit.

Deponiert ist das Lesegut in einer ausgedienten Telefonzelle, wie sie die Kaschade-Stiftung bereits seit 2014 von der Telekom erwirbt, um gedruckte Zeilen in Bandform ans wissbegierige Volk auf dem Lande zu bringen.

Eine Zelle kostet

rund 1000 Euro 

Zur symbolischen Übergabe der Bücherzelle, wovon es derzeit rund 40 Standorte in der Ostaltmark gibt, teilte Stiftungsvorstandsvorsitzender Rainer Erdmann mit, dass aktuell neun Gemeinden für insgesamt elf Standorte Bedarf angemeldet hätten. Anliegen sei es, Literatur in den ländlichen Raum zu bringen. Derzeit könne die Stiftung aber nur zwei bis drei ausrangierte Telefonzellen pro Jahr von der Telekom erwerben. Eine Zelle koste rund 1000 Euro, wobei die Stiftung für Anschaffung, Transport und damit rund zwei Drittel der Ausgaben aufkomme, wie Prof. Hans-Jürgen Kaschade jüngst in einem AZ-Gespräch erklärt hatte.

Für die Neuheit im Arneburger Ortsteil hat sich Anwohnerin Ingrid Kirsch stark gemacht. Die Beelitzer Initiatorin war beim Startschuss vor dem Gemeindehaus mit vor Ort, als der offizielle Akt mit Jürgen Lenski als Vorstandschef der Altmärkischen Bürgerstiftung sowie Heidemarie Herpe vom Stendaler Stadtbibliotheksförderverein „Bücherfreunde“ in Anwesenheit einiger Anwohner an der Dorfstraße vollzogen worden ist.

Kirsch zeichnet auch für das Beelitzer Gemeindehaus verantwortlich. Noch zu DDR-Zeiten habe es dort eine Bibliothek gegeben. Davon sei bis heute noch ein Bücherregal im einstigen Konsumgebäude übrig.

Bürgermeister

begeistert

Arneburgs Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) sei von der Anwohnerin schnell für den Standort begeistert worden. Damit seien dann auch die baulichen Vorbereitungen für die Montage des öffentlichen Bücherschranks getroffen worden. Für Fundament, Regale und Farbanstrich müssen jeweils die Gemeinden eigenständig sorgen.

„In unserem kleinen Ort gibt es viele fleißige Leser, die ihre ausgelesenen Bücher für das Bücherregal zur Verfügung stellen. Somit kann ein Austausch mit der Bücherzelle erfolgen“, erklärt Kirsch der AZ. Laut einer jüngsten Statistik nimmt die Altmark bei der Ausstattung mit öffentlichen Bücherschränken einen vorderen Rang ein, wie Kaschade-Stiftungsvorstand Erdmann erst vor Kurzem stolz berichtet hatte.

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