Für Neuauflage „Wissen der Region“ muss Kulturförderverein weiter sammeln / Druck verschoben

Buch braucht Geld trotz Ja vom Rat

13 Jahre nach der Erstauflage soll das Arneburg-Goldbecks Geschichtenbuch neu erscheinen. Für den Druck borgt Arneburg-Goldbeck dem Kulturförderverein 4500 Euro.

Arneburg-Goldbeck. „Die Menschen haben ein Bedürfnis nach Geschichten aus ihrer Region“, bewertet Arneburg-Goldbecks Verwaltungschef die geplante Neuauflage von Band 1 der Reihe „Wissen der Region“ Montagabend im Verbandsgemeinderat als „positiv“.

„Unsere Kosten sollen sich refinanzieren“, wirbt René Schernikau (parteilos) für eine finanzielle Beteiligung in Höhe von 4500 Euro aus dem Verbandsgemeinde-Etat. Das Geld soll als Anteil für die Druckkosten in Höhe von insgesamt 6500 Euro vorgeschossen werden und über den Verkauf der erweiterten Zweitauflage in einer Stückzahl von 500 Exemplaren in Arneburg-Goldbecks Kasse zurückfließen.

Der Koordinator: Dr. Wolfgang Haacker aus Walsleben.

Zu Ostern allerdings, wie es die Verantwortlichen vom Kulturförderverein „Östliche Altmark“ um Projektkoordinator Dr. Wolfgang Haacker geplant hatten, wird das Buch nicht zu haben sein. Es erscheine „bestenfalls zum Halbjahr“, kündigt der Walslebener in der Sitzung 47 neue Beiträge für das vor fast 13 Jahren in einer Auflage von 1000 Stück veröffentlichte Werk an. Zur Finanzierung des Erstlingsbands seien damals 20.000 Euro gespendet worden, erinnert der Verbandsgemeinde-Chef, als der Rat zu entscheiden hatte, ob dem Verein 4500 Euro geborgt werden. Seinerzeit hätten die Erlöse aber auch die Kosten überschritten, gab Schernikau zu bedenken.

Die Lektorin: Bärbel Conrad aus Sydow in Ostelbien.

„Die Verbandsgemeinde sollte sich da raushalten, wir haben andere Probleme“, lehnt Arneburg-Goldbecks Finanzausschuss-Chef die Unterstützung kategorisch ab. „Das ist Sache der Mitgliedsgemeinden“, sieht Wolfgang Trösken (CDU/Freie Fraktion) stattdessen die acht Gebiete in der Pflicht. „Wir vertreten als Verbandsgemeinde die Mitgliedsgemeinden“, hält ihm Michael Dihlmann (Bürgerfraktion) entgegen. Es werde „kein großes Risiko“ eingegangen und das Buch sei „ein gutes Geschenk“, argumentiert der Landwirt aus dem Idener Ortsteil Busch. Die Kritik des Behrendorfers verstehe er, springt Schernikau Trösken bei. Und erwähnt eine E-Mail eines zur Sitzung verhinderten Arneburger Ratsmitglieds. Am Buch gebe es „großes Interesse“, habe Carsten Sommer (BI Arneburg) elektronisch mitgeteilt.

Die Vize-Vereinschefin: Kornelia Matzat aus Osterburg.

Als Gabriele Andert (WG Klein Schwechten), die den erkrankten Ratschef Norbert Kuhlmann (Initiative für Bürgernähe Iden) vertritt, abstimmen ließ, fiel das pro 4500 Euro aus – bei einmal Nein und drei Enthaltungen. Trotzdem reicht es nicht, denn der Druck kostet etwa 6500 Euro. So muss der Verein, der schon 1000 Euro Spenden gesammelt hat (AZ berichtete), die gleiche Summe noch mal beschaffen.

Von Antje Mahrhold

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