Verbandsgemeinde-Chef für Alternativstrecke

Brückenbau-Ärger in Hassel: „Sehe das genauso kritisch“

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Bürgerprotest in Gange: Eine Behelfsbrücke bei Chausseehaus soll verhindern, dass Umleitungsverkehr Anwohner gefährdet und Straßen beschädigt.

Hassel/Arneburg-Goldbeck – „Ich sehe das genauso kritisch“, lehnt auch Arneburg-Goldbecks oberster Bürgermeister die geplante Umleitungsstrecke über Hassel, Wischer und Arneburg während Vollsperrung der Bahnbrücke auf der L 16 nahe Chausseehaus ab.

Rene Schernikau antwortet damit diese Woche im Verbandsgemeinderat auf ein Unterstützungsgesuch durch Kay Lindermann in der Einwohnerfragestunde.

Gegen die vorgesehene Strecke, die durch eine Reihe von Wohngebieten, diverse Engstellen und gefährliche Kurven führt, formiert sich mit einer Unterschriftenaktion massiver Protest.

Schernikau unterstütze die Position der Bürgermeister von Hassel (Alf Diedrich, CDU), Arneburg (Lothar Riedinger, CDU) und Eichstedt (Karlheinz Schwerin, parteilos), deren Zuständigkeitsgebiete direkt betroffen sind, sehe auch der Verbandsgemeinde-Bürgermeister die Notwendigkeit von Alternativen etwa durch eine Behelfsbrücke als gegeben an. Allerdings sei das Vorgehen lange bekannt und die Verbandsgemeinde an Abstimmungsgesprächen beteiligt, aber ohne Erfolg.

Falls der Bürgerprotest erfolgreicher ist, der politischen Druck mit 1000 Unterschriften machen will, sorgt sich Rochaus Gemeinde-Chef um die Konsequenzen. „Dann bin ich betroffen, weil die Umleitung dann über Klein Schwechten führt“, gibt Dirk Zeidler zu bedenken.

Auch Hohenberg-Krusemarks Bürgermeister verweist auf erlittenen Umleitungsärger. „Wir haben das auch zwei, drei Monate gehabt“, erinnert Dirk Kautz an Unmut zwischen Februar und Juni 2018 in Groß Ellingen. Und erntet Widerspruch vom Arneburger Amtskollegen. „Bei uns sind das 576 Lkw am Tag“, verweist Lothar Riedinger auf das Schwerlastaufkommen in Richtung Industriepark Altmark.

Wie das Verkehrsministerium mitteilt, muss die 1975 erbaute Brücke wegen Tragfähigkeitsmängeln neugebaut werden. Gegen eine Behelfsbrücke sprächen wirtschaftliche Gründe. Gebaut werden soll 2020 für rund eine Million Euro voraussichtlich fünf Monate lang.

VON ANTJE MAHRHOLD

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