Unterschriftenaktion will 1000 Namen sammeln

Brücken-Neubau bei Hassel: Diese Umleitung will kein Mensch

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Als Teil der Landesstraße L 16 führt die Brücke bei Chausseehaus Hassel über die Bahnstrecke zum Industriepark. Anwohner fordern eine Behelfsbrücke. Foto / Repro: Mahrhold

Hassel/Arneburg – „Dann gehen wir hier krachen“, machen Anwohner der geplanten Umleitungsstrecke im Zuge der bevorstehenden Sanierung der Eisenbahnbrücke bei Chausseehaus Hassel mobil.

Dass der Umleitungsverkehr, darunter auch Hunderte Lkw auf dem Weg zum Zellstoffwerk und zur Papierfabrik, monatelang durch enge Straßen und gefährliche Kurven entlang der Eigenheimgebiete von Hassel, Wischer und Arneburg donnern soll, wollen die Ostaltmärker auf jeden Fall verhindern.

Mit öffentlichem Druck wollen Anwohner aus Hassel, Wischer und Arneburg als Leidtragende der geplanten Umleitung die Landesstraßenbaubehörde umstimmen.

Nach der Debatte im Gemeinderat (AZ berichtete) nimmt eine Unterschriftenaktion derzeit kräftig Fahrt auf. Geplant sei es, insgesamt rund 1000 Namen von Gegnern der geplanten Umleitung zu sammeln, berichten Beteiligte der AZ. Die Aktion bleibe auch davon unberührt, dass in wenigen Tagen eine erneute Begutachtung der Eisenbahnbrücke anstehe, wie jetzt durchgesickert sei. Für den Neubau, der wahrscheinlich aus vorproduzierten Fertigteilen errichtet werden soll, sei aktuell ein neuer Prüftermin anberaumt, sehen Anwohner mit Sorge auf die bevorstehende Großbaustelle.

Ziel der Aktion ist es, die Vollsperrung der Landesstraße L 16 zu verhindern. Die Strecke führt aus Richtung Stendal in Richtung Norden. Sie ist unter anderem auch für die Einwohner des Stendaler Ortsteils Jarchau auf ihren Strecken von und in Richtung Kreisstadt bedeutsam.

Nicht zuletzt Hassels Bürgermeister macht sich für Alternativen stark. Denn während des Baus der neuen Brücke über der Bahnstrecke „6426“, die zwischen Stendals Ortsteil Borstel und dem Industriepark „Niedergörne“ bei Arneburg verläuft, käme anstatt der geplanten Vollsperrung auch eine Behelfsbrücke infrage. Sei dies nicht möglich, könne zeitweilig auch ein Behelfsbahnübergang eingerichtet werden, wie es im Begleittext zur Unterschriftenaktion heißt. Genau diese Forderungen hatte Hassels Gemeindeoberhaupt Alf Diedrich bereits im Januar mit Verantwortlichen vom Landkreis besprochen (AZ berichtete).

Das Großprojekt liegt allerdings in der Zuständigkeit der Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt. Um die Zuständigen dieses Amtes für die Sorgen der Anwohnerschaft zu interessieren, brauche es jede Menge öffentlichen Druck, wissen die Initiatoren der Unterschriftenaktion. Sie betonen gegenüber der AZ, dass sie keinesfalls die Notwendigkeit des geplanten Brückenneubaus anzweifelten. Und werfen die Sorge um drohende Unfallgefahr und Lärm in die Waagschale. Besonders aber befürchten sie, dass die zur Umleitung eingeteilten Straßen massiv beschädigt würden. Sie fragen deshalb: „Wer bezahlt die Instandsetzung?“

VON ANTJE MAHRHOLD

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