Patrick Kaschke verbindet Reiselust und Schrauberherz mit eigener Firma / Reisemobile von der Elbe

Das bringt Kilometer auf den Tacho

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Mehr als die zwei bis drei Pferdestärken im Hintergrund haben die Transporter von Patrick Kaschke. Der Arneburger liebt das Reisen, die Natur und ganz besonders natürlich auch seine festivaltauglichen Kleinbusse.

Arneburg. Von Arneburg aus geht die Reise los. Dabei sein kann eine Küche oder auch ein Kühlschrank. Ein Bett für einen allein oder sogar für bis zu vier Personen ist immer mit an Bord – das macht ein junger Unternehmer in der Stadt an der Elbe möglich.

Noch geschieht das neben seinem Hauptberuf bei einem Wolfsburger Unternehmen im Automobilbereich. Reisemobile aus der Altmark – aus welchem Teil der Welt Patrick Kaschke die Idee mit in die Altmark gebracht hat, verriet er der AZ vor wenigen Tagen.

Ein Bulli rollt heran. Er ist in einem dunklen Blau lackiert. Die weiße Aufschrift signalisiert, dass es sich um ein Firmenfahrzeug handelt. Aus diesem steigt vor der Betriebszentrale in Arneburg Patrick Kaschke. Der 31-Jährige hat vor einem Jahr „Trip in a van“ ins Leben gerufen. Und damit Reiselust und die Leidenschaft für die etwas größeren Fahrzeuge vereint. „Ja, der Grundgedanke kam eigentlich in Neuseeland. Ich war da ein Jahr. Und bin da halt gereist. Und zufälligerweise – das was ich seit meinem 18. Lebensjahr mache – Bullis aufbauen, das konnte ich da verwirklichen. Ja, und da haben wir damit angefangen.“

Sechs ausgebaute VW-Transporter gehören mittlerweile zum Fuhrpark. Aus der Elbestadt heraus geht es für seine Kunden auf nahe und ferne Straßen. „Letztes Jahr war das Weiteste wirklich einmal komplett um die Ostsee zu fahren, nicht einmal zur Ostsee, sondern wirklich einmal um die Ostsee. Litauen, Lettland – der Kunde kam nach dreieinhalb Wochen wieder, war total begeistert.“

Ein mobiles Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer mit eingebauter Küche ist immer mit dabei - Tochter Pia ist gern mit ihrem Papa auf Tour.

Das bringt natürlich Kilometer auf die Tachos der gepflegten Reisemobile, die manche Nutzer „nur“ für ein Festivalwochenende als wetterfeste Schlafmöglichkeit ohne Einbauküche nutzen. Da wird einfach nur die Rückbank umgeklappt oder das Dachzelt hochgekurbelt und geschlafen. Viele fahren aber weitere Touren: Europa hat nun einmal viele sehenswerte Ecken. „Ja, dieses Jahr waren Kroatien, Bosnien-Herzegowina die weitesten Touren, die wir hatten. Ja und momentan sind vier Mädels unterwegs Richtung Spanien, Portugal und machen gerade einen Surf-Lehrgang.“

Mit Freundin, die mit allen Kräften die Idee unterstützt, und den Kindern ist Kaschke so oft es geht auf Tour.

„Ich fand England ziemlich spannend. Kann man so ein bisschen mit Neuseeland vergleichen. In Norwegen und Schweden waren wir, auch in Spanien. Ja, eigentlich ist alles irgendwo sehenswert. Es gibt immer schöne Spots.“

14 Vehikel sollen ab 2019 bereitstehen. Dazu wird der Hof einer ehemaligen Dachdeckerwerkstatt in Arneburg nun umgestaltet. Der 31-Jährige verfolgt hier in der Altmark das Ziel: „Wirklich von Grund auf die Bullis zu bauen, vermieten und den Leuten halt beizubringen, wie man die Welt erkunden kann.“

Kaschke will aber nicht nur Fahrzeuge vermieten. Ab Oktober plant er, in Arneburg Transporter verschiedener Marken für interessierte Kunden zu Reisemobilen – und zwar mit allem Drum und Dran wie Bett, Küche und WC – reisetauglich auszubauen.

Von Alexander Klos

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