Norddeutsche Kranbau-Szene zu Gast

Branchentreffen in Arneburg: Kraftprotze aus der Ostaltmark

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Die Modelle „AK 310“ und „AK 150“ wurden auf der Freifläche der Gastgeber zum Besteigen aufgebaut.

Arneburg – Ein Vierteljahrhundert ostaltmärkischer Kranbau-Historie hat bei einem Branchentreffen vor den Toren der Elbestadt rund 100 Konstrukteure, Händler und Kunden aus Norddeutschland und Frankreich in den Industrie- und Gewerbepark „Altmark“ (IGPA) gelockt.

Die Fans leistungsstarker Kraftprotze des vertikalen und horizontalen Lastentransports sind dazu Anfang der Woche beim Unternehmen Arneburger Maschinen- und Stahlbau (AMS) zu Gast gewesen, weil auf dem Firmengelände an der Werbener Straße der Verband der Baubranche, Umwelt- und Maschinentechnik (VDBUM) „die Szene des deutschen Kranbaus“ versammelt hat, wie AMS-Sprecher Tommy Polster der AZ berichtet.

Göttlicher Name: „Wotan 6022“ hebt Höchstlasten trotz relativ kleinem Motor.

Das Treffen hatte demnach in Kooperation mit der AMS-Gruppe ein zweitägiges Turmdrehkran-Stelldichein organisiert. Dafür wurden im Freigelände vor der Silhouette von Zellstoffwerk und Papierfabrik zwei Krane vom Typ AK 150 und AK 310 aufgebaut, sodass die Interessierten die Möglichkeit hatten, die hochmodernen Riesen zu besteigen und genauestens zu inspizieren – samt Vogelperspektive auf den bedeutsamen Wirtschaftsstandort des Landkreises.

Auch ein Oberkran mit göttlichem Namen aus dem Hause der Firma BBL, die bei Saarbrücken ihren Sitz hat und zum Kundenkreis des Arneburger Unternehmens zählt, hat sich den Besuchern gezeigt. So konnte auch „Wotan 6022“, der in Arneburg gefertigt werde, von den Experten ausgiebig bewundert werden.

Krane made in Arneburg haben auch schon auf Baustellen in Dubai viel Last auf sich genommen. Derzeit seien die ostaltmärkischen Kraftprotze unter anderem ran am Südkreuz in Berlin, wo ein Einkaufszentrum entsteht, in der Yorckstraße in Berlin bei der Sanierung eines Wohngebäudes sowie beim Rückbau eines Hochhauses am Ernst-Reuter-Platz in Berlin im Einsatz. AMS-Krane seien außerdem in ganz Deutschland fleißig, aktuell gerade in Hannover sowie in Leipzig und Alsleben.

Die Auftragslage des Arneburger Unternehmens sei gut, berichtet Polster. Die Branche profitiere von Bauboom und Niedrigzins. Händeringend gesucht würden allerdings weiterhin Fachkräfte. Auch um den Nachwuchs sei es nicht gut bestellt. Aktuell seien bei den Arneburger Kranbauern nur zwei von 18 möglichen Azubi-Stellen besetzt. Mit einem „Tag der Ausbildung“, der seit 2018 jährlich veranstaltet werde, versuche das Unternehmen gegenzusteuern.

Das mittelständische Familienunternehmen existiert seit 1996. Es verfügt über 15 000 Quadratmeter Werkstattfläche und kann dort Stückgewichte bis zu 40 Tonnen produzieren. Es gibt 200 Mitarbeiter, darunter Schweißer sowie Konstruktions- und Zerspanungsmechaniker.

VON ANTJE MAHRHOLD

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