Traditionsspektakel begrüßt erstmals Oldtimer aus der Region Ostwestfalen-Lippe

Bielefelder auf Biedermeier-Kurs

Wie vor 200 Jahren: Schmale Schultern und die Sanduhr-Silhouette standen bei den Damen im Biedermeier als Schönheitsideal – die Frau galt als Schmuckstück des Mannes.

Werben. Erstmals mit einer Oldtimer-Parade aus der Stadt, die es angeblich gar nicht gibt, obwohl sie mit mehr als 300.000 Einwohnern größter Ort der Region Ostwestfalen-Lippe ist (zu der auch die Stendaler Partnerstadt Lemgo zählt), wartet der Biedermeier-Sommer am 7. Juli in Werben auf.

Wie Marktleiter Jochen Hufschmidt der AZ am Freitag meldet, nehmen zwölf betagte Vehikel aus Nordrhein-Westfalen Kurs auf die Kleinstadt im hohen Norden der Ostaltmark. Darunter etwa ein Mittelklasse-Cabrio der Marke Borgward Isabella von 1958 oder ein nur zwei Jahre jüngerer Sportwagen vom Typ MGA 1600. „Der Biedermeier-Sommer ist ein schöner Anlass, nach Werben zu kommen“, schwärmt Organisatorin Annemarie Neumann über das Ziel, das sich der Freundeskreis aus Bielefeld auserkoren hat.

„Die Besucher können sich wieder auf eine Zeitreise in die Welt des Biedermeiers begeben“, sagt Hufschmidt – obwohl die Historikkarossen aus dem größten Bundesland der Republik ja „nur bis zu 60 Jahre alt sind“. Schließlich liege gerade darin der Reiz, „Laufräder, Postkutsche und Oldtimer an einem Ort gleichzeitig erleben zu können“.

Zentrales Areal für das Treiben im Stil der Kunst- und Kulturepoche von vor 200 Jahren, als sich die Menschen verstärkt ins Private zurückzogen, ist der Platz zwischen Alter Schule und Johanniskirche. Dort bieten insgesamt rund 30 Akteure „zeittypische handgemachte Waren“ an und zeigen „selten gewordenes Handwerk“, zählt Werbens Biedermeiermarkt-Chef auf. „So trifft man auf Handwerk und Produkte zum Beispiel vom Blaudrucker, Seiler, Kupferschmied oder Sattler auf dem historischen Markt der Hansestadt“, erklärt Hufschmidt. Eine „besondere Attraktion“ seien auch die Fahrten mit der Königlich-Hannoverschen Postkutsche durch die Altstadt und über den Deich des Elbeörtchens.

„Werben und sein besonderer Markt, der seinesgleichen sucht, ist eine Reise wert“, freut sich der Verantwortliche auf den Trubel. Veranstalter des Traditionsspektakels, das in einer Woche seine 13. Auflage erlebt, ist der Verein „Arbeitskreis Werbener Altstadt“ (AWA). Er werde von der Hansestadt Werben unterstützt und freue sich auf viele Gäste.

Von Antje Mahrhold

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