Start für Kombi-Tagesstätte ohne Baugenehmigung / Corona-Verzögerung

Baustart in Hohenberg-Krusemark: „Generationenbrücke“ in 400 Tagen

„Wir bauen uns ein kleines Haus“, haben Hohenberg-Krusemarks Jüngste fröhlich geträllert.
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„Wir bauen uns ein kleines Haus“, haben Hohenberg-Krusemarks Jüngste fröhlich geträllert.

Hohenberg-Krusemark – Bauhelm- und Baggeralarm mit Warnwesten Montagvormittag am Straßenhauser Weg: Mit der Sonne um die Wette lächeln nicht nur die Schützlinge der DRK-Kindertagesstätte „Villa Spatzennest“.

Auch Bürgermeister Dirk Kautz blickt froh auf das rund 5000 Quadratmeter große Baufeld gegenüber des Sportplatzes. Tränen, wie im Juli 2014, als am anderen Ende des Ortes unter großer Trauer die Grundschule dichtgemacht wurde, bleiben ihm erspart, obwohl die ersten Ideen für das Mehrgenerationenprojekt mittlerweile acht Jahre zurückliegen.

Extra für die Knirpse hat die Schaufel geknabbert.

„Es soll etwas Besonderes werden“, verweist Kautz auf einen Entscheid des Gemeinderats, wonach die neue Kombi-Tagesstätte für Kinder und Pflegebedürftige mit einem Reetdach gebaut werde, weil sich das Gremium genau dafür positioniert habe. Der ambitionierte Entwurf des Havelberger Architekten Florian Hallmann hatte im höchsten Parlament Arneburg-Goldbecks 2019 teils massive Kritik hervorgerufen (AZ berichtete).

„Was lange währt, wird endlich gut“, bemüht Viktor Schellert ein Sprichwort, um die coronabedingte Baubeginnsverzögerung zu erklären. Und weil die Genehmigung des Bauantrags für das Gemeinschaftsprojekt zwischen Stendals DRK-Kreisverband „Östliche Altmark, der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck und der Gemeinde Hohenberg-Krusemark erst in den nächsten Tagen vom Landkreis erwartet werde, handele es sich beim Helm- und Bagger-Aufgalopp auch nicht um einen Baubeginn, sondern um den Start der offiziellen Baufeldvorbereitung, wie der DRK-Verantwortliche der AZ erklärt.

Möglichst in 400 Tagen soll der barrierefreie Eingeschosser bezugsfertig sein. Er verfügt über eine Nutzfläche von 955 Quadratmetern. Im größten Teil (645 qm) residiert die Kita. Dort soll es Platz für 42 Mädchen und Jungen geben.

Im Februar 2018 hatte das DRK per Betreibervertrag die Verantwortung für die „Villa Spatzennest“ von der Verbandsgemeinde übernommen. Der Vertrag gilt seit April 2018.

Baggerfahrer heißt nicht Bodo

Im Dezember vorigen Jahres erfolgte der symbolische erste Spatenstich. Der Baustart war für das Frühjahr geplant, dann kam Corona dazwischen. „Wir bauen uns ein kleines Haus und schauen dann zum Fenster raus“, trällern die künftigen Nutzer mit Leiterin Katrin Eppert und ihrem Team den zweiten Baufeldstartsong des Tages. Ihr Freiluft-Programm hatten sie mit einem Klassiker von Mike Krüger begonnen, weil „Bodo mit dem Bagger“ so gut zum Anlass passe – obwohl der Fahrer des beauftragten Osterburger Unternehmens gar nicht den Vornamen Bodo trage.

Investitionen in die Betreuung des Nachwuchses in der Region gibt es derzeit vielerorts. So setzte die Stadt Stendal im vorigen Mai den ersten Spatenstich für eine neue Kita im Ortsteil Uenglingen, feiert die Borghardtstiftung Stendal im Juli Richtfest für den „Lindenbaum“ in Osterburg und war ebenfalls im Juli Richtfest für die Kita „Lindenpark“ in Seehausen.

Eine „Generationenbrücke“ aber, wie sie am Ortsausgang in Richtung Hindenburg entstehe, stellt in der Altmark eine Besonderheit dar. Es handele sich um ein „innovatives Konzept“, erklärt DRK-Sprecherin Franziska Schütz, weil dort Kinder und Senioren unter einem Dach betreut werden. So könnten Jung und Alt voneinander lernen und miteinander agieren. Auch der Umweltschutz stehe hoch im Kurs. „Der Kreisverband setzt auf naturnahes Baumaterial“, betont die Verantwortliche. VON ANTJE MAHRHOLD

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