Tiefbau soll bis April 2022 fertig sein

Baustart Breitbandausbau in Iden: „Jetzt können die Bagger rollen“

Politiker und Verantwortliche vom Zweckverband Breitband Altmark beim symbolischen Spatenstich.
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Symbolischer Spatenstich: Die Arbeiten am Breitbandausbau im Projektgebiet II haben begonnen. Bis April 2022 soll der Tiefbau fertig sein.
  • Stefan Hartmann
    VonStefan Hartmann
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Die weißen Flecken des langsamen Internets werden bald verschwinden. Übrig bleiben die grauen, deren Ausbau bisher nicht gefördert werden konnte.

Iden – In dieser Woche war es so weit: Der symbolische Spatenstich in Iden kündigt den nahen Breitbandausbau an. Die große Geste bedeutet jedoch nicht, dass das schnelle Internet in kürzester Zeit in die eigenen vier Wände einzieht. Besonders nicht für die, die von der aktuellen Förderung gar nicht profitieren können. Während die weißen Flecken langsam von der Internetlandkarte verschwinden zeigen sich dazwischen langsam mit ähnlicher Deutlichkeit die „grauen Flecken“.

Gesetzlich gefordert werden sechs Leerrohre, in die die Glasfaserleitungen dann eingeblasen werden. In der Altmark kommt jedoch die doppelte Menge unter die Erde, erklärt Dirk Benecke, Projektleiter der ZBA im Projektgebiet II. Jede Faser soll eine Leistung von mindestens einem Gigabit bringen, zehn seien jedoch Standard. Was letztendlich abgerufen werden kann, hänge jedoch auch vom Anbieter ab, mit dem ein Vertrag geschlossen wird. Mit der Technik seien Nutzer auch für die Zukunft gut aufgestellt. Abgeschlossen werden sollen die Tiefbauarbeiten im Projektcluster bis April 2022. Dann seien jedoch die Hausanschlüsse gegebenenfalls noch nicht fertig. Dass der Tiefbau abgeschlossen wird, bedeute auch nicht, dass schon Glasfaser in der Erde ist. Zunächst werden Leerrohre verlegt, die Glasfaser, die dann die Signale tatsächlich überträgt, wird erst später per Luftdruck eingeblasen. Diese Vorgehensweise bringt einen weiteren, wenn auch sehr abstrakten, Vorteil mit sich: Sollte irgendwann in der Zukunft eine bessere Technik als Glasfaser verfügbar sein, könnten die haardünnen Kabel entfernt und andere eingeblasen werden.

Die Verfügbarkeit von schnellem Internet sei auch ein Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft, sagte Landrat Patrick Puhlmann (SPD). Mit dem symbolischen Spatenstich könnte auch dafür gesorgt werden, dass die Region bei den Internetgeschwindigkeiten nicht abgehängt wird. „Jetzt können die Bagger rollen.“

„Das erste, nach dem immer gefragt wird, ist das Internet“, berichtet Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau zu den im „Luxus der Leere“ vermarkteten Immobilien. Egal, welche Sanierungs- oder Modernisierungsarbeiten noch anstehen sei das für Interessenten immer der wichtigste Punkt. Dass noch nicht alle Bürger von dem Breitbandausbau profitieren können, solle möglichst schnell angegangen werden, damit auch die grauen Flecken bald verschwinden.

Idens Gemeindebürgermeister Norbert Kuhlmann freut sich, dass es endlich losgeht. Die vergangenen Monate hätten gezeigt, wie wichtig das Internet, beispielsweise in Fragen des Homeoffice, sei. Viele Bürger hätten bereits die Chance ergriffen, sich den Anschluss zu sichern. Dieser bedeute auch eine Wertsteigerung der eigenen Immobilie – sei es für die eigene Lebensqualität oder für einen möglichen Verkauf. Nun werde es Zeit, auch den Bürgern, die bisher nicht in förderfähigem Gebiet gewohnt haben, diese Chancen zu ermöglichen. Die damals gesetzte Grenze unter der nur aktiv geworden werden durfte, sei heute nicht mehr nachvollziehbar.

Einige Verzögerungen beim Tiefbau könnten auf das Projekt zukommen, berichtet Bauleiter Mario Thieme – allerdings keine besonders großen. „Wir hatten auf Sandboden gehofft“, erklärt er. Stattdessen seien sie bei den Bodenproben auf Findlinge gestoßen. Bei einem so großen Gebiet wie dem Projektcluster II könnte nicht an jeder Stelle eine Probe genommen werden. Derartige Schwierigkeiten seien aber in der Ausschreibung bereits berücksichtigt worden. Die Arbeit werde etwas aufwendiger, aber deswegen nicht in bedeutendem Maß verzögert.

Die grauen Flecken sollen auch angegangen werden. Aber mit der Arbeit des Zweckverbands Breitband Altmark sollte auch der private Markt stimuliert werden, erklärt dessen Geschäftsführer Andreas Kluge. Würden sich jedoch in angemessener Zeit keine privaten Angebote für die grauen Flecken ergeben, würde der ZBA wieder aktiv werden.

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