Astrazeneca-Verweigerin aus Goldbeck bricht Impftermin in Stendal ab

„Fühle mich nicht gut behandelt“

Christa Fessel aus Goldbeck entspannt im Garten.
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Christa Fessel entspannt im Garten. Die 75-Jährige ließ sich nicht mit Astrazeneca impfen.
  • Antje Mahrhold
    vonAntje Mahrhold
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Goldbeck/Stendal – Christa Fessel wollte alles richtig machen, als sie Ende März bei der zentralen Corona-Impfterminvergabe-Hotline unter 116 117 anruft.

„Ich möchte nicht mit Astrazeneca geimpft werden“, habe die Goldbeckerin gleich zu Beginn klipp und klar gefordert. Das Telefonat mit einem netten jungen Herrn am anderen Ende der Leitung müsse mindestens zehn Minuten gedauert haben. Und sie sei mehrfach aufgefordert worden, nicht aufzulegen, sondern in der Leitung zu bleiben, berichtet die 75-Jährige der AZ.

„Das ist

nur für Sie“

Via Telefon habe der Hotline-Mitarbeiter schließlich eine lange Buchstaben-Zahlen-Kombination durchgegeben. „Legen Sie das in der Impfstelle vor, das ist nur für Sie“, habe der Mann gesagt. Demnach sollte Fessel die durchdiktierte Chargennummer im Impfzentrum Stendal vorlegen. Dass der Termin im kreisstädtischen Injektionsdomizil an der Osterburger Straße schon kurz nach dem Hotline-Gespräch stattfinden sollte, habe die 75-Jährige bereits gewundert.

So fiel der geplante Tag ihrer ersten Injektion gegen die Corona-Infektion dann ausgerechnet auf den 1. April, was sicher ein Zufall gewesen sei. Mit der Buchstaben-Zahlen-Kombination von der Hotline auf einem Zettel in der Hand habe sich die Goldbeckerin gleich als Erstes ans dortige Personal gewandt. „Was bedeutet die Nummer“, habe sie von den Mitarbeitern wissen wollen und dabei darauf verwiesen, dass sie von dem Impfhotline-Mitarbeiter zu diesem Handeln aufgefordert worden sei. Aber der Arzt, den sie danach gefragt habe, habe sich nur von ihr weggedreht, schildert die Goldbeckerin der AZ. „Ich fühlte mich nicht gut behandelt“, fügt die 75-Jährige hinzu. Und weil ihr dem Impfteam mitgeteilter Wunsch, nicht mit Astrazeneca geimpft werden zu wollen, unbeachtet geblieben sei, „habe ich mich nicht impfen lassen“.

„Diese Buchung war definitiv von Anfang an für Astrazeneca“, teilt Landkreis-Sprecherin Angela Vogel zu Fessels Impftermin-Erlebnis mit. Es komme jedoch „gelegentlich“ vor, dass Impfstoffe nicht dem Wunsch der Impflinge entspreche. „In aller Regel wird die Impfung aber dennoch nicht abgelehnt“, verweist die Verantwortliche auf Erfahrungen im Stendaler Impfzentrum. Die Goldbeckerin sei jedenfalls nicht „unrecht behandelt“ worden. Das Check-in-Personal sei gut geschult und stimme sich „stets mit dem impfwilligen Bürger ab“. Viele würden sogar verlangen, dass ihre Buchungsbestätigung wegen Vorgaben des Datenschutzes entsorgt werde.

Landkreis: Buchung

war für Astrazeneca

Fälle, wie der den Christa Fessel schildert, würden „in der Regel der zuständigen Leitungskraft“ gemeldet. Für Terminwünsche stelle das Impfzentrum für Onlinebuchungen und für Buchungen an der Hotline 116117 die Termine „in Abhängigkeit der verfügbaren Impfstoffmenge in einem Buchungsportal bereit“. Diese würden dann durch Call-Center oder durch die Online-Selbstbuchung belegt. „Demnach ist die Verfahrensweise denkbar einfach: Jeder bekommt den Impfstoff, für den er einen Termin gebucht hat. Grundsätzlich sind alle verfügbaren Impfstoffe uneingeschränkt zugelassen. Einzig und allein beim Impfstoff des Herstellers Astrazeneca gibt es die Einschränkungen hinsichtlich des Mindestalters von 60 Jahren. Diese Terminvergabe ist auch Impfstoff-Planungsgrundlage für das Impfzentrum“, schildert die Sprecherin auf AZ-Anfrage.

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