Richterin sieht nur in einem Delikt einen minderschweren Fall

Arneburger Brandstifter wandern in den Knast

Feuerwehrkameraden löschen ein Feuer, das von den Arneburger Brandstiftern gelegt wurde.
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Für Brandstiftung, Diebstahl sowie Beleidigung in 19 Fällen standen die beiden Angeklagten aus Arneburg vor dem Stendaler Landgericht. In zehn dieser Fälle wurde am Donnerstag das Urteil gesprochen.
  • Lisa Maria Krause
    VonLisa Maria Krause
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 Im Brandstifter-Prozess in 19 Fällen in und um Arneburg wurde am Donnerstag im Landgericht Stendal das Urteil gesprochen. Die beiden Täter R. und Z. erhielten Freiheitsstrafen von zwei Jahren und neun Monaten sowie vier Jahren und drei Monaten.

Stendal/Arneburg - Dem Angeklagten R. wird Brandstiftung in sechs Fällen sowie Diebstahl zur Last gelegt, während Z. das Urteil für vier Brandstiftungen sowie einen Diebstahl und Beleidigung erhielt.

Von den insgesamt 19 Anklagepunkten verlas das Gericht das Urteil in zehn Fällen, darunter mehrere Brandstiftungen an Strohballen sowie an einem Bootsschuppen, dem alten Fährhaus und einem leer stehenden Gutshaus. Zudem hatten die beiden Angeklagten Elektrowerkzeuge und andere Gegenstände im Dezember 2020 aus besagtem Bootsschuppen in Arneburg gestohlen. Die übrigen neun Fälle wurden wegen einer aufgrund von weiteren Tatvorwürfen zu erwartenden Strafe eingestellt.

Die Vorsitzende Richterin Simone Henze-von Staden begründete die Urteile unter anderem mit dem umfassenden Geständnis von R., das sich in weiten Teilen bestätigen ließ. Zum Auftakt des letzten Prozesstages hatte Z. auch seine Mittäterschaft im Falle um die Brandstiftung im Bootsschuppen zugegeben. Dies sei so spät gekommen, dass es nicht weiter in die Urteilsfindung hätte einfließen können, erklärte die Richterin.

Einen minderschweren Fall aufgrund von Alkohol- und Drogeneinfluss konnte das Gericht nur im Tatbestand um einen kleineren Brand von acht Strohballen aussprechen. „Es gibt keine Anhaltspunkte, dass die Angeklagten nicht in der Lage gewesen wären, sich vollständig, adäquat zu steuern“, erklärte Henze-von Staden. R.s Verteidigerin Heidrun Ahlfeld hatte zuvor auf minderschwere Fälle in fast allen Punkten sowie einen weitaus niedrigeren Schadenswert plädiert. Sie schlug ein Jahr und sechs Monate Haft vor.

„Mein Mandant hat sich von R. verleiten lassen und die Zeit in der Justizvollzugsanstalt war ihm eine Lehre“, erklärte Sarah Eggestein, Rechtsanwältin des Angeklagten Z. Sie schlug zwei Jahre Haft vor, da die Anklage in mehreren Fällen auf Indizien basiere. Beide Angeklagten beteuerten, wie leid es ihnen täte. Zuvor hatte die Staatsanwältin für R. zwei Jahre und zehn Monate Haft sowie für Z. drei Jahre und zehn Monate Haft gefordert. Da es für R. das erste Mal vor Gericht sei und er ein „frühzeitiges umfassendes Geständnis“ abgelegt hatte, räumte sie ihm einen „Rabatt“ ein. Die Haftbefehle der beiden langjährigen Freunde sollten demnach aufrecht erhalten werden.

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