Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zu Gast / „Ein kleiner Druck für Norbert“

Zellstoffwerk nimmt zwei weitere Kocher in Betrieb

Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff geht mit mehreren Beschäftigten des Arneburger Zellstoffwerks über das Gelände.
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Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff ist im Arneburger Zellstoffwerk zu Gast, um die neuen Kessel der Kocherei n Betrieb zu nehmen.
  • Stefan Hartmann
    vonStefan Hartmann
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Die Zeit der Generalrevision im Arneburger Zellstoffwerk ist beendet. Dabei wurden nicht nur alte Geräte überprüft und erneuert, sondern auch neue installiert. Die Ehre, die beiden neuen Kessel der Kocherei offiziell in Betrieb nehmen zu dürfen, wurde Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff zu teil. 

Arneburg – „Ein kleiner Druck für Norbert“, scherzt Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff, kurz nachdem er das Signal zum Start der neuen Kocherei gegeben hat. „Aber ein großer für Mercer und Sachsen-Anhalt.“ Unter normalen Umständen hätte der Ministerpräsident bei der Einweihung der zwei neuen Kessel vermutlich selbst den Knopf gedrückt. Pandemie- und platzbedingt musste er sich jedoch mit der Aufforderung dazu per Videoschalte begnügen, die vom auf erfrischende Art wortkargen Mitarbeiter Norbert gerne ausgeführt wurde.

Mehr als 50 Millionen Euro hat der Betrieb in die Hände genommen, um das Werk zu optimieren. Bis zu 740 000 Tonnen Zellstoff sollen mit den während der Generelrevision unternommenen Optimierungen produziert werden. Aber nicht nur eine Vergrößerung des Ausstoßes sei Ziel der Arbeiten gewesen, wie Sabine Teucke, Leiterin Technologie, auf AZ-Anfrage erläutert. Zu den bisherigen zehn haben sich damit zwei neue Kocher gesellt. Ebenfalls erneuert wurden die Wärmetauscher. Die Zellstofftrockenkapazität wurde erhöht und Modifikationen am Kalkofen vorgenommen. Das ermögliche es nicht nur mehr zu produzieren, sondern auch die Qualität zu erhöhen und energieeffizienter zu Arbeiten, erläutert Teucke. Somit würden weniger Schadstoffe produziert und es bliebe mehr Energie über, die aus dem Biokraftwerk nach Außen gegeben werden kann. Der größte Teil der Modifizierungen sei bereits abgeschlossen worden. Einige kleine Maßnahmen, die auch während des laufenden Betriebes unternommen werden können und somit nicht in die Zeit der Generalrevision fallen mussten, sollen aber noch folgen. Mit dem Startsignal des Ministerpräsidenten könne die Anlage damit in den Probebetrieb gehen.

„Wir sehen uns als Zellstofffabrik in Zukunft noch mehr gefragt“, erklärt Mercer Geschäftsführer André Listmann. Sicherlich würden auch andere Produkte aus Zellstoff als die bisherigen gefragt seien. Dementsprechend sehe sich das Werk auch als Wegbereiter für die moderne Gesellschaft – und eine nachhaltigere Industrie.

In den gleichen Zungenschlag fällt auch das geplante Sägewerk: Es sei eine logische Ergänzung zum Zellstoffwerk, sagt Wolfram Ridder, Vizepräsident Business Development Mercer International. Damit sei es möglich den Rohstoff Holz so effizient wie möglich zu nutzen. Nicht nur würde damit das Kernholz, das sich unter dem Industrieholz befindet, das noch zum Konstruktionsholz taugt, einer besseren Verwendung zuführen, als zu Hackschnitzeln verarbeitet zu werden. Auch könnten diese dann komplett vor Ort selbst gefertigt werden, ohne extra angeliefert werden zu müssen.

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