Sägewerk soll Synergien nutzen / Offizielle Vorstellung im Stadtrat Arneburg

Arneburg: Zellstoffwerk investiert 200 Millionen Euro

Ein großer Stapler kippt einen Container voller Holzschnitzel aus.
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Die für die Produktion im Zellstoffwerk notwendigen Hackschnitzel sollen in Zukunft in der direkten Nachbarschaft gefertigt werden.
  • Stefan Hartmann
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Das Zellstoffwerk möchte ein neues Sägewerk in der Nähe aufbauen. Während die Pläne bereits längere Zeit im Raum stehen, wurden sie dem Stadtrat nun erstmals vorgestellt. 

Arneburg – 200 neue Arbeitsplätze sollen im geplanten Mercer Sägewerk entstehen. Das sei allerdings vermutlich ein wenig tiefgestapelt, wie Werksleiter Martin Zenker den Arneburger Stadtratsmitgliedern am Dienstagabend bei ihrer Sitzung erklärte. In einem nur wenig größeren Werk, als dem, das bei Arneburg angesiedelt werden soll, im thüringischen Friesau, das ebenfalls zu Mercer gehört, arbeiteten 400 Personen. Erstmals hat der Konzern den Mitgliedern des Stadtrates seine Pläne im Detail vorgestellt.

200 Millionen Euro will der Konzern in die Anlage investieren. Insgesamt sollen 800 000 laufende Meter Holz jährlich verarbeitet werden können. Ein Schnellschuss sei das Projekt nicht. Bereits seit zwei oder drei Jahren bestehe die Idee, ein Sägewerk in unmittelbarer Nähe zum Zellstoffwerk zu errichten. Für dieses werden viele Hackschnitzel benötigt, die dann nicht erst angefahren, sondern bei der Holzproduktion quasi nebenan direkt produziert würden. Mercer will dabei noch weitere Synergien nutzen. Die vorhandene Wärme des Zellstoffwerkes könnte zur Schnittholztrocknung genutzt werden. Zusätzlich soll nicht nur ein Sägewerk errichtet werden, sondern auch die Bahninfrastruktur „deutlich verbessert“ werden. Das würde es dem Werk ermöglichen „dynamisch zu wachsen“, wie es Projektleiter Torsten Kröger formulierte.

Gestellt werden sollen die notwendigen Bauanträge voraussichtlich im Sommer. Dazu gehöre auch ein Antrag auf eine wasserrechtliche Genehmigung. Der Mercer Aufsichtsrat soll sich dann im Oktober mit dem Projekt befassen und dann, so die Einschätzung der beiden Konzernmitarbeiter, positiv bewerten, damit es recht zügig mit dem Bau losgehen könne. Dauern würde es jedoch voraussichtlich noch bis 2024, bis das neue Werk die Produktion aufnehmen könnte.

Carsten Sommer (BIA) erkundigte sich darüber, ob wegen der zu erwartenden Holzlieferungen auch mit einer stärkeren Lkw-Belastung der Straßen zu rechnen sei. Der größere Teil der Lieferungen würde auf dem Schienenweg erfolgen, schätzte Kröger. Allerdings sei es erst ab einer Lieferentfernung von 150 Kilometern rentabler per Bahn anzuliefern. Überlegungen zum Straßenverkehr gebe es bei Mercer jedoch nicht, stellte Kröger ebenfalls fest.

„Wir wollen tun, was uns möglich ist“, sicherte Bürgermeister Lothar Riedinger (CDU) die Unterstützung des Gremiums zu.

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